Das 83. Filmfestival Venedig gibt heute sein Programm für 2026 bekannt. Ab 11 Uhr Ortszeit stellen der künstlerische Leiter Alberto Barbera und Biennale-Präsident Pietrangelo Buttafuoco in der Bibliothek des Historischen Archivs in Venedig die Filme des Wettbewerbs und der zentralen Nebensektionen vor. Die Präsentation wird über die Festivalwebsite sowie über YouTube, X, TikTok und Facebook übertragen. Bereits bestätigt sind Danny Boyles Eröffnungsfilm „Ink“ und Giovanni Veronesis Abschlussfilm „Dio Ride“. Das Festival selbst findet vom 2. bis 12. September statt.
- „Ink“ von Danny Boyle eröffnet das Filmfestival Venedig am 2. September und konkurriert um den Goldenen Löwen.
- „Dio Ride“ von Giovanni Veronesi läuft außer Konkurrenz und beendet das Festival am 12. September.
- Maggie Gyllenhaal übernimmt den Vorsitz der Wettbewerbsjury.
- George Clooney und Ellen Burstyn werden für ihr Lebenswerk geehrt.
Eröffnungs- und Abschlussfilm standen bereits vorab fest
Den Auftakt bildet die Weltpremiere von „Ink“. Danny Boyles biografisches Drama spielt in den 1960er-Jahren und erzählt von Rupert Murdoch und dessen britischem Boulevardzeitungs-Imperium. Guy Pearce verkörpert Murdoch, Jack O’Connell spielt Larry Lamb, den Redakteur der Zeitung „The Sun“. Claire Foy gehört ebenfalls zur Besetzung. Netflix hat die US-Rechte an dem Film erworben.
Weil „Ink“ im offiziellen Wettbewerb läuft, kann Boyles Film auch den Goldenen Löwen gewinnen.
Zum Abschluss wird „Dio Ride“ gezeigt, dessen Titel mit „Gott lacht“ übersetzt wird. Das historische Drama des italienischen Regisseurs Giovanni Veronesi spielt in der Toskana des 17. Jahrhunderts. Pierfrancesco Favino übernimmt die Rolle eines Mönchs, der auf heitere Weise über Gott spricht und damit die Feindseligkeit der Kirche hervorruft.
„Dio Ride“ gehört zur Sparte außer Konkurrenz. Damit ist der Film Teil des offiziellen Festivalprogramms, nimmt aber nicht am Rennen um den Hauptpreis teil. Diese Trennung erlaubt Filmfestivals, prominente Premieren zu zeigen, ohne sie von der Wettbewerbsjury bewerten zu lassen.
Barbera präsentiert Wettbewerb und Nebensektionen live
Im Mittelpunkt der heutigen Vorstellung stehen die weiteren Beiträge des Wettbewerbs sowie die verschiedenen Nebensektionen. Dazu zählen unter anderem fiktionale und dokumentarische Produktionen außer Konkurrenz, Kurzfilme, Serien und die Sektion „Horizons“.
Die Bekanntgabe wird auch daran gemessen werden, wie stark Hollywood vertreten ist. Nach den Berichten wird mit weniger großen US-Produktionen als in früheren Ausgaben gerechnet. Auch Cannes und Berlin hatten in diesem Jahr Schwierigkeiten, Filme großer Studios anzuziehen. Barbera gelang es in der Vergangenheit, Studios und Netflix für Premieren auf dem Lido zu gewinnen.
Für Venedig bedeutet das: Die Auswahl muss ihren Anspruch als Startpunkt der Filmpreis-Saison zunehmend auch mit internationalen Produktionen jenseits der großen Hollywood-Studios untermauern.
Dass Festivalerfolg und spätere Auszeichnungen nicht automatisch zusammenfallen, zeigte die vorherige Ausgabe. Guillermo del Toros „Frankenstein“ erhielt neun Oscar-Nominierungen und gewann drei Preise – für Kostümdesign, Produktionsdesign sowie Make-up und Hairstyling. „Bugonia“ kam auf drei Nominierungen, gewann jedoch keinen Oscar. „The Voice of Hind Rajab“, in Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet, unterlag in der Oscar-Kategorie Bester internationaler Film Joachim Triers „Sentimental Value“.
Im September entscheidet Gyllenhaals Jury über den Goldenen Löwen
Wenn das Filmfestival Venedig am 2. September beginnt, führt Maggie Gyllenhaal die Wettbewerbsjury. Ihr gehören außerdem der Hongkonger Regisseur Johnnie To, die tunesische Regisseurin Kaouther Ben Hania, die afghanische Filmemacherin Shahrbanoo Sadat, der französische Regisseur und Drehbuchautor Xavier Giannoli, der Komponist Daniel Blumberg und der in den USA tätige italienische Filmwissenschaftler Francesco Casetti an.
Dieses Gremium bestimmt den Gewinner des Goldenen Löwen für den besten Film. Daneben stehen Ehrungen für George Clooney und Ellen Burstyn an: Beide werden für ihr Lebenswerk ausgezeichnet, Clooney erhält einen Ehren-Goldenen Löwen.
Bis zum Abschluss am 12. September werden damit nicht nur Premieren und die Preisentscheidung im Mittelpunkt stehen. Für Verleiher und Streamingdienste bietet Venedig zugleich eine Bühne, um Filme frühzeitig für die folgende Preis-Saison zu positionieren. Eine Festivalpremiere garantiert dabei keinen späteren Erfolg, kann einem Titel aber internationale Aufmerksamkeit verschaffen.
Welcher der angekündigten Filme gehört für Sie schon jetzt zu den interessantesten Titeln des Festivals?






























