Mit dem Versprechen, Marken-Websites für das KI-Zeitalter zu rüsten, erweitert Daydream sein Geschäft: Das Startup stellte am 4. August 2026 „Powered by Daydream“ vor, eine White-Label-Plattform für Modehändler. Marken können damit die dialogbasierte und visuelle KI-Suche des Unternehmens direkt in ihre eigenen Onlineshops integrieren. Zu den Startpartnern gehören Staud, Alice + Olivia und Cult Mia. Nach Angaben des Startups haben sich zudem mehr als 25 weitere Marken angemeldet. Daydream geht damit über seine bisherige, direkt an Verbraucher gerichtete Shopping-App hinaus und bietet seine Technologie nun auch anderen Unternehmen an.
- „Powered by Daydream“ bringt die KI-Suche des Startups in die Onlineshops von Modemarken.
- Staud, Alice + Olivia und Cult Mia zählen zu den Startpartnern.
- Mehr als 25 weitere Marken haben sich laut Daydream bereits angemeldet.
- Daydream betreibt daneben weiterhin eine eigene Shopping-App für Verbraucher.
Modehändler sollen KI nutzen, ohne ihre Kundschaft abzugeben
Hinter dem Angebot steht eine zentrale Wette der jungen KI-Shopping-Branche: Händler könnten lieber fremde Technologie in ihren bestehenden Shops einsetzen, als ihre Kundschaft an neue Einkaufsplattformen zu verlieren. Mehrere Startups werben in diesem Zusammenhang damit, Marken-Websites „AI-proof“, also für den Wandel durch KI gerüstet, zu machen.
White-Label bedeutet dabei, dass eine technische Lösung unter dem Auftritt des jeweiligen Händlers eingesetzt werden kann. Kundinnen und Kunden müssen damit nicht zwangsläufig eine separate Daydream-App öffnen, sondern können die KI-Funktionen dort verwenden, wo sie bereits einkaufen.
Für Modemarken bedeutet dieses Modell, dass sie KI-gestützte Produktsuche anbieten können, während der eigentliche Einkauf in ihrem eigenen digitalen Umfeld bleibt.
Die dialogbasierte Suche soll Anfragen in natürlicher Sprache verarbeiten, während die visuelle Komponente Mode über bildbezogene Eingaben auffindbar machen kann. Für Käufer würde eine solche Integration bedeuten, dass die Produktsuche weniger von starren Kategorien oder exakt eingegebenen Begriffen abhängig sein könnte. Ob und wie gut das im jeweiligen Shop funktioniert, hängt allerdings von der konkreten Umsetzung ab.
Der überfüllte App-Markt macht das Geschäft mit Marken attraktiver
Die Erweiterung fällt in eine Phase, in der immer mehr Anbieter eigene KI-Shopping-Apps auf den Markt bringen. Viele von ihnen müssen noch zeigen, ob Verbraucher tatsächlich einen neuen Ausgangspunkt für ihre Einkäufe suchen. Daydreams Schritt in das Geschäft mit Unternehmen eröffnet deshalb einen zweiten Vertriebsweg: Statt ausschließlich selbst um Nutzer zu konkurrieren, kann das Startup seine Suchtechnik an bestehende Händler liefern.
Der Wechsel zum B2B-Modell ist damit nicht nur eine Produkterweiterung, sondern auch eine Antwort auf die offene Frage, ob sich eigenständige KI-Einkaufsapps dauerhaft im Alltag der Verbraucher durchsetzen.
Auch für Händler im deutschsprachigen Raum ist dieser Ansatz grundsätzlich relevant. Sollten vergleichbare Systeme dort eingesetzt werden, müssten Marken zwischen eigener technischer Entwicklung und gemieteten KI-Diensten abwägen. Damit verbunden wären strategische Fragen darüber, wer die Benutzeroberfläche kontrolliert und wie abhängig ein Shop von einem externen Technologieanbieter werden möchte.
Würden Sie Mode lieber über eine KI-Suche im vertrauten Onlineshop finden oder dafür eine eigene Shopping-App nutzen?






























