Im Pariser Viertel Le Marais entwickelt sich das Dolce Vita Hub zu einer Adresse für Vintage-Cavalli und andere italienische Designermode. Das nach Angaben der Gründer vor drei Jahren eröffnete Geschäft von Sacha Than Trong und Charles Passaga verkauft Archivstücke unter anderem von Roberto Cavalli, Dolce & Gabbana, Gucci und Prada. Im Mittelpunkt stehen derzeit Cavalli-Entwürfe aus den frühen 2000er-Jahren und späteren Kollektionen – von Hosen mit Tiermotiven über Zebra-Oberteile bis zu Jacken aus Python- oder Rindsleder. Die Preise reichen laut Passaga von 80 bis 3.000 Euro.
- Dolce Vita Hub wurde von Sacha Than Trong und Charles Passaga gegründet.
- Das Geschäft bezieht seine Vintage-Cavalli-Stücke aus mehreren europäischen Ländern.
- Zum Sortiment gehören Damen- und Herrenmode sowie Stücke anderer französischer und italienischer Marken.
- Neue Ware kommt nach Angaben der Betreiber täglich hinzu.
Sammlerinnen und Sammler in Europa liefern den Nachschub
Than Trong und Passaga lernten sich als Einkäufer bei der Sneaker-Wiederverkaufsplattform Wethenew kennen. Passaga sammelt und verkauft nach eigenen Angaben bereits seit seinem 14. Lebensjahr Designermode. Für das gemeinsame Geschäft suchen die Gründer in ganz Europa nach weiteren Cavalli-Stücken.
Ein Teil des Angebots stammt aus Italien. Dort kauft das Team laut Passaga unter anderem Kleidung von Frauen an, die ihre früheren Cavalli-Hosen noch besitzen. Hinzu kommen Stücke anderer europäischer Sammler.
Archivmode bezeichnet Kleidung aus früheren Kollektionen, die nicht mehr regulär im aktuellen Sortiment einer Marke angeboten wird. Anders als im klassischen Einzelhandel lässt sich der Bestand daher nicht beliebig nachbestellen: Er hängt davon ab, welche privaten Besitzer und Sammler verkaufen. Für Kundinnen und Kunden bedeutet das, dass einzelne Funde oft nur einmal verfügbar sind und die Auswahl stärker von der Kuratierung des Geschäfts geprägt wird.
Die große Preisspanne macht Vintage-Cavalli im Dolce Vita Hub sowohl für Einsteiger als auch für zahlungskräftige Sammler zugänglich.
Die Y2K-Mode bringt Cavallis Entwürfe zurück
Passaga führt die Nachfrage nach Vintage-Cavalli auf das wiedererwachte Interesse an der Mode der frühen 2000er-Jahre zurück. Prominente wie Kim Kardashian und Cardi B wurden in älteren Entwürfen der Marke gesehen; auch Kylie Jenner habe mit Auftritten in Cavalli-Kleidern zur neuen Aufmerksamkeit beigetragen.
Die damaligen Kollektionen stehen für auffällige Drucke, unterschiedliche Texturen und körperbetonte Partymode – einen deutlichen Gegenpol zur zurückhaltenden Ästhetik, die häufig mit diskretem Luxus verbunden wird. Das erklärt, warum die Stücke innerhalb des Y2K-Revivals besonders leicht wiedererkennbar sind: Sie funktionieren nicht nur als Designerkleidung, sondern auch als bewusst sichtbares modisches Statement.
Zu den hervorgehobenen Stücken des aktuellen Sortiments zählen eine braune Wildlederjacke mit abnehmbaren Ärmeln aus der Herbstkollektion 2005 und ein Kleid mit Leoparden- und Blumenmuster aus dem Frühjahr 2002. Angeboten wird außerdem eine Laufstegjacke aus der Herbstkollektion 2023, die laut Passaga zu einer Serie von acht Exemplaren gehört.
Auch frühere Gucci-Kollektionen rücken in den Fokus
Obwohl Vintage-Cavalli das Profil des Ladens prägt, führen die Betreiber auch französische Marken wie Margiela und Balmain. Zuletzt registrierten sie nach eigenen Angaben zudem wachsendes Interesse an Gucci-Stücken aus den Phasen unter Tom Ford und Frida Giannini. Als jüngsten Fund nennt Passaga eine Vintage-Pelzjacke für Männer aus Gianninis Herbstkollektion 2007.
Für Interessierte außerhalb von Paris ist entscheidend, dass die kuratierte Auswahl nicht nur im Laden, sondern auch online angeboten wird.
Dolce Vita Hub taucht inzwischen auch in Modevideos auf TikTok auf. Für das kommende Jahr planen die Gründer eine eigene Laufstegschau mit ausgewählten Vintage-Funden. Langfristig will Passaga nach eigener Aussage die weltweit größte Roberto-Cavalli-Sammlung aufbauen.
Welche Cavalli-Ära würden Sie lieber wiederentdecken: die opulenten frühen 2000er-Jahre oder jüngere Laufstegkollektionen?






























