Mit einem gemeinsam verbreiteten Statement haben BTS ihren Verzicht auf die Grammys 2027 erklärt. Alle sieben Mitglieder der südkoreanischen Band veröffentlichten am Mittwoch dieselbe Botschaft auf ihren Instagram-Konten: Sie würden in diesem Jahr keine Musik zur Prüfung einreichen. Als Begründung nannten RM, Jin, Suga, J-Hope, Jimin, V und Jungkook die Einteilung von Musik nach Herkunft und Sprache. Der Schritt folgt auf die Einführung der Kategorie „Best Asian Pop Music Performance“. Die nächste Grammy-Verleihung ist für den 7. Februar 2027 geplant.
- BTS reicht für die Grammy Awards 2027 keine Musik ein.
- Die Band wendet sich gegen eine Abgrenzung von Popmusik nach Region oder Sprache.
- Die neue Kategorie umfasst unter anderem K-Pop, J-Pop und C-Pop.
- Die Einreichungsphase läuft noch bis zum 21. August.
„Wir hoffen, dass Musik unabhängig von Region oder Sprache gehört und geliebt werden kann – einfach als Musik selbst“, erklärten BTS.
Die Musiker dankten zugleich ihrer Fangemeinde ARMY und allen, die sie unterstützten. Eine Stellungnahme der Recording Academy lag zunächst nicht vor; US-Medien fragten bei der Organisation nach.
Die neue Kategorie löst eine Debatte über Abgrenzung aus
Die Recording Academy hatte im Juni fünf neue Kategorien angekündigt. Die Auszeichnung für asiatische Popmusik soll nach ihrer Beschreibung künstlerische Leistungen würdigen, die aus asiatischen Märkten stammen oder dort weithin bekannt sind. Genannt werden ausdrücklich K-Pop aus Südkorea, J-Pop aus Japan und C-Pop aus China. Voraussetzung ist zudem ein wesentlicher Einsatz mindestens einer asiatischen Sprache.
Kritiker sehen darin eine neue Schublade für Musik, die längst ein internationales Publikum erreicht. Sie befürchten, dass asiatische Pop-Acts dadurch eher in einer regional definierten Kategorie landen, statt gleichberechtigt in den allgemeinen Pop-Kategorien berücksichtigt zu werden. Befürworter betrachten die Ergänzung dagegen als eine weitere Spezialisierung innerhalb der mehr als 90 Grammy-Kategorien.
Die meisten Grammy-Auszeichnungen sind nach Genres, Darbietungsformen oder Produktionsleistungen geordnet. Es gibt allerdings auch Kategorien mit regionalem Bezug, etwa für regionale mexikanische Musik oder tropische Latin-Alben. Die Auseinandersetzung um BTS berührt deshalb eine grundsätzliche Frage: Schafft eine eigene Kategorie mehr Sichtbarkeit – oder begrenzt sie Künstler auf Herkunft und Sprache?
Der Verzicht schließt auch andere Kategorien aus
Bei den Grammys beginnt der Weg zu einer Nominierung mit der Einreichung eines Werks. Erst danach wird geprüft und abgestimmt. Praktisch bedeutet die Entscheidung von BTS daher, dass die aktuelle Musik der Band auch in übergreifenden Kategorien nicht für die Preisvergabe 2027 berücksichtigt werden kann.
BTS verzichten damit nicht nur auf die umstrittene neue Kategorie, sondern auf jede Grammy-Chance in diesem Preisjahr.
Die Entscheidung fällt in ein Comeback-Jahr der Gruppe. Ende März erschien das fünfte Studioalbum „Arirang“ mit 14 Titeln, nachdem die Mitglieder ihren verpflichtenden Militärdienst in Südkorea absolviert und zwischenzeitlich Soloprojekte verfolgt hatten. Der Albumname verweist auf ein bekanntes koreanisches Volkslied.
BTS waren bereits fünfmal für einen Grammy nominiert, gewannen den US-Musikpreis bislang aber nicht. Drei Nominierungen entfielen auf die Kategorie für Pop-Duos oder -Gruppen. Hinzu kamen eine Beteiligung an der Album-Nominierung für Coldplays „Music of the Spheres“ sowie eine Nominierung für das Musikvideo „Yet to Come“. Alle sieben Musiker gehören seit 2019 zu den stimmberechtigten Mitgliedern der Recording Academy.
Auch deutsche Fans erleben das Comeback unmittelbar
Für das Publikum in Deutschland ist die Debatte nicht nur eine Auseinandersetzung innerhalb der US-Musikbranche. BTS feierten hier in diesem Monat ihr Konzertcomeback; schon „Be“ hatte Platz vier der deutschen Charts erreicht. Der Grammy-Verzicht macht damit sichtbar, wie internationale Popstars mit einem weltweiten Publikum auf Kategorien reagieren, die sie weiterhin geografisch einordnen.
Ist die neue Grammy-Kategorie für asiatische Popmusik eine sinnvolle Würdigung oder eine unnötige Abgrenzung? Teilen Sie Ihre Einschätzung.






























