Für NBA-Fans in Deutschland rückt in der kommenden Saison vor allem Philadelphia in den Mittelpunkt: LeBron James wechselt 2026 nach seinem Abschied von den Los Angeles Lakers zu den 76ers. Der 41 Jahre alte Superstar erhält an der Ostküste einen Zweijahresvertrag über acht Millionen US-Dollar, umgerechnet rund sieben Millionen Euro, und trägt weiter die Nummer 23. Die Entscheidung fiel überraschend, denn auch frühere Teams und andere prominente Titelanwärter kamen als Ziel infrage. James begründet seinen Schritt vor allem mit der Aussicht, noch einmal um die NBA-Meisterschaft zu spielen.
- LeBron James unterschreibt bei den Philadelphia 76ers einen Vertrag über zwei Jahre.
- Sein Gesamtgehalt beträgt acht Millionen US-Dollar, rund sieben Millionen Euro.
- James spielt in Philadelphia unter anderem mit Tyrese Maxey, Joel Embiid und Jaylen Brown.
- Die 76ers warten seit ihrem Titel von 1983 auf eine weitere Meisterschaft.
Mit James wird Philadelphia auf dem Papier schlagartig zu einem der prominentesten Teams der NBA.
Geld war bei der Entscheidung offenbar nicht ausschlaggebend. Die vereinbarten acht Millionen US-Dollar entsprechen laut Bericht dem sogenannten Veteranen-Minimum und liegen deutlich unter den Summen, die James während seiner Stationen bei den Cleveland Cavaliers, Miami Heat und den Lakers verdiente.
In der NBA legt das Veteranen-Minimum eine tariflich geregelte Untergrenze für erfahrene Spieler fest. Dass James zu diesen Konditionen unterschreibt, bedeutet für Philadelphia, dass sein Vertrag erheblich weniger Gehaltsvolumen bindet als ein üblicher Superstarvertrag. Für die sportliche Planung ist dieser Verzicht besonders wertvoll, weil NBA-Kader innerhalb eines komplexen Systems aus Gehaltsgrenzen und Ausnahmen zusammengestellt werden.
James erklärte auf X, er sei weiterhin bereit, Opfer zu bringen, hart zu arbeiten und sich durchzubeißen. Sein Ziel sei es, erneut anzutreten, zu gewinnen und eine weitere Chance auf die Meisterschaft zu erhalten.
Der Brown-Transfer gab offenbar den Ausschlag
Bei seiner Wahl setzte sich Philadelphia gegen mehrere naheliegende Alternativen durch. Eine erneute Rückkehr nach Cleveland stand ebenso im Raum wie ein Engagement bei Miami Heat. In Florida hätte James wieder mit Trainer Erik Spoelstra zusammenarbeiten können, mit dem er bereits zwei Meisterschaften gewann. Auch die Golden State Warriors mit Stephen Curry, Draymond Green und Trainer Steve Kerr galten als mögliche Option.
Nach Angaben aus dem Umfeld von James sah der Superstar jedoch bei den 76ers das größte sportliche Potenzial. US-Medien zufolge spielte dabei besonders die Verpflichtung von Jaylen Brown eine Rolle, der zuvor aus Boston nach Philadelphia gekommen war. Nachdem James zudem die Zustimmung seiner Familie erhalten hatte, fiel die Wahl auf die 76ers.
Die Entscheidung entstand während einer dreiwöchigen Free-Agency-Phase. Damit wird in der NBA der Zeitraum bezeichnet, in dem vertragslose Spieler Angebote prüfen und frei über ihr nächstes Team entscheiden können. Philadelphia wusste dem Bericht zufolge bis kurz vor dem Abschluss nicht, dass James tatsächlich kommen würde.
Philadelphia setzt mit seiner Startformation auf sofortigen Erfolg
Neben James und Brown können die 76ers in ihrer ersten Fünf Tyrese Maxey, VJ Edgecombe und Joel Embiid aufbieten. Diese Zusammenstellung verbindet mehrere etablierte Spitzenspieler mit einem jungen Talent. Sie erhöht allerdings zugleich den Erwartungsdruck: Für Philadelphia bedeutet der Transfer, dass nicht mehr allein eine gute Saison, sondern der unmittelbare Angriff auf die Meisterschaft zum Maßstab wird.
James entscheidet sich damit nicht für die emotional naheliegendste Station, sondern für das Team, dem er die beste Chance auf einen letzten Titel zutraut.
Eine namhafte Startformation garantiert allerdings keinen Erfolg. In den Playoffs, in denen Serien über mehrere Spiele entschieden werden, können auch die Qualität der Ersatzspieler und die Belastbarkeit des gesamten Kaders ausschlaggebend sein. Für die 76ers wird deshalb entscheidend sein, ob das Team hinter seinen prominentesten Akteuren genügend Tiefe besitzt.
Seit 1983 wartet Philadelphia auf den nächsten Titel
James trifft auf eine Fangemeinde mit hohen Erwartungen. Die 76ers gewannen ihre bislang letzte Meisterschaft 1983. Zuletzt erreichte Philadelphia 2001 mit Allen Iverson die NBA-Finals, unterlag dort jedoch den Los Angeles Lakers.
Der Neuzugang lobte die Anhänger und erklärte, er freue sich darauf, eine neue Fangemeinde zu begeistern und diese Reise „ein letztes Mal“ zu beginnen. Teambesitzer Josh Harris bezeichnete ihn als einen der größten Spieler der NBA-Geschichte. 76ers-Präsident Mike Gansey sagte, der Einfluss von James auf die Organisation lasse sich kaum in Worte fassen.
Für deutschsprachige Basketballfans schafft der Wechsel einen zusätzlichen Schwerpunkt in der Eastern Conference: Entscheidend wird nicht nur sein, wie James sich mit Embiid, Brown und Maxey ergänzt, sondern auch, ob aus der prominenten Besetzung ein funktionierendes Meisterschaftsteam entsteht.
Ist Philadelphia für LeBron James die beste Wahl für einen letzten Titelangriff – oder wäre Cleveland, Miami beziehungsweise Golden State sportlich überzeugender gewesen?






























