Die US-Sängerin Carly Simon hat am Montag öffentlich gemacht, dass sie an Parkinson erkrankt ist. Die 83-Jährige erklärte, sie habe Zeit gebraucht, um die Diagnose zu verstehen, sich darauf einzustellen und über den Umfang ihrer öffentlichen Äußerungen zu entscheiden. Nach einer Untersuchung an der Mayo Clinic begann sie eine Behandlung, unter anderem mit Medikamenten gegen Steifheit und weitere Symptome. Rund um die Diagnose wurde Simon zudem wegen eines Basalzellkarzinoms im Gesicht operiert. Weiterarbeiten will die Grammy-Preisträgerin dennoch: Für den 14. August ist ihr neues Album „Comes in Waves“ angekündigt.
- Eine Untersuchung an der Mayo Clinic führte nach zunehmenden Mobilitätsproblemen zur Parkinson-Diagnose.
- Simon wird unter anderem mit Medikamenten gegen Steifheit und weitere Symptome behandelt.
- Im Umfeld der Diagnose wurde ihr ein Basalzellkarzinom aus dem Gesicht entfernt.
- „Comes in Waves“ soll am 14. August erscheinen und ist ihr erstes Album mit neuen Originalaufnahmen seit 2008.
Gelenkoperationen erklärten die Gehprobleme nicht
Der gesundheitlichen Abklärung ging nach Simons Darstellung eine längere Entwicklung voraus. Zunächst litt sie an Arthritis in beiden Knien und einer Hüfte. Alle drei Gelenke wurden ersetzt. Ihre Schwierigkeiten beim Gehen hielt die Sängerin anfangs für eine Folge der Eingriffe und der anschließenden Erholung.
Doch ihre Beweglichkeit verschlechterte sich weiter. Simon berichtete, dass ihr das Aufstehen aus niedrigen Sesseln und tiefen Sofas schwergefallen sei. Zeitweise habe sie nur mit erheblicher Hilfe gehen können. Für sie und ihre Familie sei deshalb klar geworden, dass die Gelenkprobleme allein die Beschwerden nicht erklärten.
Nach einer umfassenden Untersuchung an der Mayo Clinic erhielt sie schließlich die Parkinson-Diagnose. Parkinson ist eine degenerative neurologische Erkrankung, für die es derzeit keine Heilung gibt. Sie wird häufig mit Zittern, Steifheit, Gleichgewichtsstörungen und verlangsamten Bewegungen verbunden, kann aber auch mit Erschöpfung, Ängsten, Depressionen und Antriebslosigkeit einhergehen.
Simon begann eine Behandlung und nimmt nach eigenen Angaben Medikamente, die gegen Steifheit und andere Symptome helfen sollen. Der Verlauf sei für sie nicht vorhersehbar: An manchen Tagen fehle ihr die Kraft, überhaupt in Gang zu kommen, an anderen könne sie sich bewegen, nachdenken und arbeiten.
Eine Krebsoperation verstärkte den Rückzug aus der Öffentlichkeit
Etwa zur Zeit ihrer Parkinson-Diagnose musste sich Simon außerdem einer Operation wegen eines Basalzellkarzinoms unterziehen, einer Form von Hautkrebs. Der Tumor im Gesicht wurde entfernt, der Eingriff veränderte nach ihren Worten jedoch ihr Aussehen. Dadurch sei sie noch zurückhaltender geworden, sich öffentlich zu zeigen.
Mit Blick auf ihren bekanntesten Song „You’re So Vain“ verwies Simon selbst auf die Ironie dieser Situation. Sie habe ihr eigenes Aussehen stets besonders kritisch betrachtet; die Operation habe ihrer „inneren Kritikerin eine ganze Menge neues Material geliefert“.
Ihre relative Abwesenheit hatte bei Fans Fragen ausgelöst. Simons bislang letzter öffentlicher Auftritt fand im März 2018 statt. In ihrer nun veröffentlichten Erklärung schilderte sie erstmals ausführlich, weshalb sie Zeit benötigte, bevor sie über ihre Erkrankung sprach.
Am Montag entscheidet sich Simon für Offenheit
Simon betonte in ihrer Mitteilung, dass Parkinson bei jedem Menschen anders verlaufe und unberechenbar sein könne. Neben den körperlichen Einschränkungen beschrieb sie insbesondere Erschöpfung und Antriebslosigkeit als belastend. Diese Zustände seien nicht einfach mit Traurigkeit oder Faulheit gleichzusetzen.
„Ich habe nicht aufgehört zu leben, und ich habe nicht aufgehört zu arbeiten“, erklärte Simon.
Die Offenlegung beendet damit zwar ihr Schweigen über die Diagnose, ist aber keine Ankündigung eines beruflichen Rückzugs. Für ihr Publikum bedeutet das konkret, dass Simon trotz der wechselnden Beschwerden weiter schreibt und singt. Zugleich macht ihre Schilderung deutlich, dass ein neues Album nicht automatisch eine Rückkehr zu regelmäßigen öffentlichen Auftritten bedeutet.
Simons Laufbahn begann mit Auftritten an der Seite ihrer Schwester Lucy. Ihr selbstbetiteltes Solodebüt von 1971 brachte ihr den Grammy als beste neue Künstlerin ein. Mit dem Album „No Secrets“ und dem Hit „You’re So Vain“ wurde sie 1972 international bekannt. 1977 sang sie mit „Nobody Does It Better“ das Titellied zum James-Bond-Film „Der Spion, der mich liebte“.
Am 14. August soll „Comes in Waves“ erscheinen
Als nächster Schritt ist die Veröffentlichung von „Comes in Waves“ geplant. Es handelt sich um Simons erstes vollständiges Album mit neuen Originalaufnahmen seit 2008. Nach ihrer Darstellung enthält es auch Melodien, Verse und Ideen, die teilweise schon seit Jahren auf ihre Fertigstellung warteten.
Die Arbeit an der Musik habe ihren Tagen Struktur gegeben und ihr einen Ort geboten, an den sie gehen konnte, ohne das Zimmer verlassen zu müssen.
Simon bezeichnet Parkinson weder als Geschenk noch als Segen, sondern als schwierig, frustrierend und bisweilen beängstigend. Sie bewege sich heute langsamer und sei stärker auf andere angewiesen. Die geplante Veröffentlichung zeigt zugleich, welche Rolle Arbeit in ihrem Umgang mit der Erkrankung spielt: Die Krankheit verändert ihren Alltag, soll ihn nach ihrem eigenen Verständnis aber nicht vollständig bestimmen.






























