Auf dem Gelände von Donald Trumps Golfclub nahe Los Angeles ist am Sonntag ein bewaffneter Mann festgenommen worden – zwei Tage vor einem geplanten Besuch des US-Präsidenten. Nach Angaben des Sheriffbüros von Los Angeles County fotografierte und filmte der 38-Jährige die Anlage in Rancho Palos Verdes und schien dabei Vorbereitungen der Sicherheitskräfte zu beobachten. Beamte fanden Munition in seiner Kleidung sowie eine geladene Pistole in seinem geparkten Auto. Die Festnahme auf Trumps Golfplatz wurde am Dienstag öffentlich bekannt, als dort ein Fundraising-Dinner der Republikanischen Partei bevorstand.
- Der 38-jährige Jeanine John Taele wurde am Sonntag auf Trumps Golfanlage in Rancho Palos Verdes festgenommen.
- Er hatte ein mit 16 Patronen bestücktes Magazin bei sich; in seinem Auto lagen eine geladene Pistole und ein weiteres Magazin.
- Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung stellten Ermittler weitere Waffen, Schutzkleidung, Munition und Notizbücher sicher.
- Das Sheriffbüro erklärte, es sei keine glaubhafte Gefahr für die Öffentlichkeit festgestellt worden.
Ein früherer Anschlagsversuch verschärft den Sicherheitskontext
Trump sollte am Dienstagabend an einem Fundraising-Dinner des Republican National Committee in seinem Trump National Golf Club teilnehmen. Das RNC ist die nationale Parteiorganisation der Republikaner und unterstützt unter anderem deren Wahlkämpfe. Der Besuch war Teil einer Reise durch Kalifornien und Nevada vor den Zwischenwahlen im November.
Die Beobachtung der Sicherheitsvorbereitungen war auch deshalb brisant, weil bereits 2024 ein Golfplatz Trumps Schauplatz eines mutmaßlichen Anschlagsversuchs gewesen war. Am Trump International Golf Club in West Palm Beach entdeckte der Secret Service damals einen bewaffneten Mann in einem Gebüsch. Trump blieb unverletzt; das FBI stufte den Fall als versuchtes Attentat ein. Eine Jury sprach den Mann 2025 schuldig.
Der frühere Fall macht verständlich, warum auffälliges Verhalten rund um einen angekündigten Präsidentenbesuch eine behördenübergreifende Untersuchung auslöst.
Bundesagenten beobachten Fotos von den Sicherheitsvorbereitungen
Am Sonntag bemerkten zivile Bundesagenten Taele auf dem Golfplatzgelände. Nach Darstellung der Behörden lief er dort umher, nahm Fotos und Videos auf und erweckte den Eindruck, die Sicherheitsplanung zu verfolgen. Daraufhin wurden örtliche Einsatzkräfte hinzugezogen.
Bei der Kontrolle entdeckten die Beamten in einer Hosentasche ein Magazin mit 16 Patronen. Im Auto des Mannes, das auf dem Parkplatz der Anlage stand, fanden sie eine Pistole mit einer Patrone im Lauf sowie ein zusätzliches geladenes Magazin. Bei der Munition handelte es sich den Angaben zufolge um Hohlspitzgeschosse.
Die Polizei stellte zudem fest, dass Taele bereits im Zusammenhang mit einem separaten Raubfall von der Polizei in El Segundo untersucht wurde. Der 38-Jährige stammt aus der nahe gelegenen Stadt Downey.
Eine Wohnungsdurchsuchung bringt weitere Waffen ans Licht
Am Montag durchsuchten Ermittler aus dem Umfeld der gemeinsamen Terrorismus-Arbeitsgruppe von FBI und örtlichen Behörden Taeles Wohnung in Downey. Solche Joint Terrorism Task Forces bündeln Personal und Informationen verschiedener Sicherheitsbehörden, wenn ein möglicher extremistischer oder sicherheitsrelevanter Hintergrund geprüft werden muss.
Sichergestellt wurden nach Behördenangaben ein illegal verändertes Gewehr auf AR-Basis, eine weitere Pistole, ein zusätzliches Waffenteil, Schutzkleidung, Magazine mit hoher Kapazität, größere Mengen Pistolen- und Gewehrmunition sowie zwei Geräte für Funksignale. Außerdem fanden die Ermittler mehrere Notizbücher mit Aussagen, die sie als besorgniserregend bezeichneten.
Ob die Notizen Drohungen gegen Trump enthielten, war zunächst unklar; ein konkretes Motiv nannten die Behörden nicht.
Taele wurde unter anderem wegen Raubes zweiten Grades, des Besitzes eines Magazins mit hoher Kapazität und des Besitzes einer kurzläufigen Schusswaffe angeklagt. Hinzu kam der Vorwurf, eine verdeckte Waffe in einem Fahrzeug mitgeführt zu haben. Er bekannte sich am Montag in allen Punkten nicht schuldig. Ein Gericht setzte die Kaution auf 250.000 US-Dollar fest, untersagte ihm den Besitz von Waffen und ordnete an, dass er sich vom Golfplatz fernhalten müsse.
Trumps Auftritt soll am Dienstagabend stattfinden
Nach den vorliegenden Berichten sollte das Dinner trotz des Vorfalls am Dienstagabend stattfinden. Das Weiße Haus kündigte Äußerungen Trumps zur Wirtschaftspolitik seiner Regierung und zur Kriminalitätsbekämpfung an. Zudem wurde Kritik am kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom erwartet.
Das Sheriffbüro erklärte, gegenwärtig sei keine glaubhafte Gefahr für die Bevölkerung festgestellt worden. Das bedeutet jedoch nicht, dass sämtliche Hintergründe geklärt sind: Die strafrechtlichen Vorwürfe betreffen zunächst die gefundenen Waffen, die Munition und den separaten Raubkomplex, während ein möglicher Bezug zu Trumps Besuch Gegenstand der Ermittlungen bleibt.






























