„Das sind fantastische Nachrichten für unsere Fans“: Mit diesen Worten hat Formel-1-Chef Stefano Domenicali die geplante Rückkehr der Königsklasse nach Malaysia begrüßt. Beim Großen Preis von Ungarn kündigte er am Sonntag an, dass der Bahrain-Grand-Prix am 4. Oktober auf dem Sepang Circuit nahe dem internationalen Flughafen von Kuala Lumpur ausgetragen werden soll. Das Rennen, das nach dem entfallenen April-Termin neu angesetzt wird, trägt offiziell den ungewöhnlichen Namen „Gulf Air Bahrain Grand Prix in Malaysia“. Die Strecke in Sepang war zuletzt 2017 Teil des Formel-1-Kalenders.
- Der Bahrain-Grand-Prix soll am 4. Oktober auf dem Sepang Circuit in Malaysia stattfinden.
- Durch das zusätzliche Rennen wächst der vorläufige Saisonkalender wieder auf 23 Grands Prix.
- Die Veranstaltung benötigt noch die endgültigen Vereinbarungen und die Zustimmung des FIA-Weltrats.
Domenicali lobt die Anpassungsfähigkeit der Formel 1
Domenicali stellte bei der Bekanntgabe vor allem die Reaktion des Sports auf die veränderte Lage heraus. „Einmal mehr hat der Sport seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, sich anzupassen, Lösungen zu finden und diese umzusetzen“, sagte er. Sepang habe einen besonderen Platz in der Geschichte der Formel 1 und werde eine eindrucksvolle Kulisse für das Rennen sowie ein unvergessliches Erlebnis für die Zuschauer bieten.
Nach Angaben Domenicalis wurde eine Vereinbarung zwischen den Regierungen Malaysias und Bahrains sowie dem Automobil-Weltverband FIA und der Formel 1 unterzeichnet. Berichten zufolge übernimmt Bahrain einen Großteil der Kosten, während Malaysia die Rennstrecke bereitstellt. Zwischen beiden Ländern liegen rund 6000 Kilometer.
Für die Fans bedeutet die Konstruktion vor allem: Der Name des Grand Prix und sein tatsächlicher Austragungsort fallen diesmal weit auseinander.
Vollständig abgeschlossen ist der Prozess dennoch nicht. Das Rennen steht noch unter dem Vorbehalt letzter Vereinbarungen und der Genehmigung durch den World Motor Sport Council der FIA. Dieses Gremium des internationalen Motorsportverbands entscheidet unter anderem über wesentliche Änderungen an Weltmeisterschaftskalendern.
Sepang bringt den Kalender wieder auf 23 Rennen
Die Formel 1 hatte die ursprünglich für April geplanten Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien wegen der Sicherheitslage im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Iran aus dem Kalender genommen. Die zunächst mit 24 Grands Prix geplante Saison schrumpfte dadurch vorläufig auf 22 Läufe. Mit Sepang steigt die Zahl wieder auf 23; für das Rennen in Saudi-Arabien wurde kein Ersatz genannt.
Der neue Termin wird zwischen dem Grand Prix von Aserbaidschan am 26. September und dem Rennen in Singapur am 11. Oktober eingeordnet. Malaysia gehörte bereits von 1999 bis 2017 zum Formel-1-Kalender. Anschließend konnte der Veranstalter die hohen Antrittsgebühren nicht mehr finanzieren. Der Kurs wird weiterhin unter anderem von der Motorrad-Weltmeisterschaft MotoGP genutzt.
Die Rückkehr nach Sepang stabilisiert den Umfang des Kalenders, beseitigt aber nicht die Unsicherheit über das Saisonfinale.
Auch für das Saisonfinale werden Alternativen geprüft
Weiter offen ist, ob die beiden letzten Saisonrennen am 29. November in Katar und am 6. Dezember in Abu Dhabi stattfinden können. Die Formel-1-Verantwortlichen prüfen deshalb Alternativen. Als mögliche Ersatzorte gelten Portimão in Portugal und Imola in Italien.
Portimão sprang bereits 2020 und 2021 während der Corona-Krise als Austragungsort ein. Imola wiederum stand in dieser Saison nicht mehr im Kalender. Eine Entscheidung über einen möglichen Ersatz für Katar oder Abu Dhabi wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Rennnamen ohne passenden Austragungsort gab es bereits
Ein Grand Prix mit dem Namen eines anderen Landes ist in der Formel 1 ungewöhnlich, aber kein völlig neues Modell. Der Nürburgring in Deutschland war bereits Austragungsort eines Grand Prix von Luxemburg. Das Rennen in Imola trug über Jahre den Namen San Marino, während ein Grand Prix der Schweiz in Frankreich veranstaltet wurde.
Im Fall Bahrains erhält diese Namenslösung den internationalen Auftritt des Königreichs, obwohl nicht auf dem Kurs in Sakhir gefahren wird. Der staatliche bahrainische Fonds Mumtalakat ist zudem Eigentümer des Formel-1-Teams McLaren. Für die Formel 1 zeigt die Verlegung, wie ein bestehender Rennname und ein verfügbarer Kurs kombiniert werden können, wenn der ursprüngliche Austragungsort nicht genutzt wird.
Was halten Sie von einem Bahrain-Grand-Prix in Malaysia: pragmatische Lösung oder verwirrende Namenskonstruktion?






























