Tadej Pogacar ist slowenischer Weltmeister, fährt für UAE Emirates-XRG und prägt seit Jahren die großen Rundfahrten des Radsports. Am Sonntag krönte er sich in Paris zum fünften Mal zum Gesamtsieger der Tour de France. Damit schloss Pogacar zu Eddy Merckx, Jacques Anquetil, Bernard Hinault und Miguel Indurain auf, die ebenfalls jeweils fünf offiziell anerkannte Tour-Siege errungen haben. Im Gesamtklassement der 113. Frankreich-Rundfahrt lag Pogacar 6:26 Minuten vor dem Belgier Remco Evenepoel. Dritter wurde sein mexikanischer Teamkollege Isaac del Toro.
- Pogacar gewann die Tour de France zum fünften Mal und zog mit vier bisherigen Rekordsiegern gleich.
- Remco Evenepoel belegte mit 6:26 Minuten Rückstand den zweiten Gesamtrang.
- Mathieu van der Poel gewann die auf 88,7 Kilometer verkürzte Schlussetappe in Paris.
- Der deutsche Sprinter Max Kanter kam auf der Champs-Élysées als Vierter ins Ziel.
Ein weiterer Gesamterfolg würde Pogacar zum alleinigen Rekordhalter unter den offiziell geführten Tour-Siegern machen.
Der Amerikaner Lance Armstrong steht trotz seiner einst sieben Siege nicht in dieser Liste: Ihm wurden die Titel nachträglich wegen Dopings aberkannt. Pogacars fünfter Erfolg bedeutet deshalb, dass er nun die offizielle Bestmarke der Rundfahrt teilt.
Die Gesamtwertung einer Rundfahrt ergibt sich aus den addierten Fahrzeiten aller Etappen. Ein Fahrer kann daher die Tour gewinnen, ohne auf dem letzten Teilstück als Erster ins Ziel zu kommen. Genau das geschah in Paris: Pogacars Gelbes Trikot war gesichert, während van der Poel um den prestigeträchtigen Tagessieg kämpfte.
Van der Poel rettet einen knappen Vorsprung ins Ziel
Die Entscheidung auf der 21. Etappe fiel nach der dritten Überquerung des Montmartre. Van der Poel erhöhte auf den letzten 500 Metern des Anstiegs das Tempo, nur Pogacar konnte zunächst folgen. Auf dem Weg zurück zur Champs-Élysées holte die Verfolgergruppe den Tour-Sieger jedoch ein.
Van der Poel hielt sich mit einem langen Sprint knapp vor dem heranrasenden Feld. Sein Teamkollege Jasper Philipsen belegte den zweiten Platz, Mads Pedersen wurde Dritter. Kanter verpasste als Vierter nur knapp das Podium.
Für Pogacar war der ausgebliebene Etappensieg nur eine Randnotiz. Er hatte während der Rundfahrt fünf Teilstücke gewonnen und sich über drei Wochen einen Vorsprung von mehr als sechs Minuten erarbeitet. Del Toro belegte bei seiner ersten Tour de France mit 9:42 Minuten Rückstand den dritten Gesamtrang und gewann das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers.
Pogacars fünfter Titel verschiebt die Frage von der aktuellen Tour-Dominanz auf die historische Bestmarke.
Eddy Merckx rechnet bereits mit einem weiteren Erfolg des Slowenen. „Ich glaube nicht, dass er sich damit begnügen wird, mit mir und den anderen Champions gleichzuziehen. Bald wird er unseren Rekord an Tour-Siegen brechen“, sagte der Belgier der „Gazzetta dello Sport“.
Waldbrände erzwingen eine neue Strecke in Paris
Die Schlussetappe verlief anders als ursprünglich geplant. Wegen der Waldbrände im Südwesten Frankreichs wurden Sicherheitskräfte aus dem Tour-Einsatz abgezogen, um die Kräfte in den betroffenen Gebieten zu verstärken. Die Organisatoren strichen deshalb den vorgesehenen Start in Thoiry und verkürzten das Teilstück von 133 auf 88,7 Kilometer.
Das Feld startete stattdessen direkt in Paris und absolvierte dort einen Rundkurs mit drei Anstiegen zum Montmartre. Vor diesem Abschnitt wurden die Zeiten für die Gesamtwertung eingefroren. Pogacar konnte dadurch bei seinem Angriff keinen Rückstand im Klassement mehr riskieren.
Deutsche Fahrer bleiben erneut ohne Etappensieg
Aus deutscher Sicht war Kanters vierter Platz das beste Ergebnis des Finaltags. Insgesamt endete die Tour erneut ohne deutschen Etappenerfolg. Der bislang letzte gelang Nils Politt fünf Jahre zuvor in Nîmes.
Florian Lipowitz konnte das Ende der Rundfahrt nur aus der Ferne verfolgen. Der Vorjahresdritte hatte sich bei einem Sturz im Einzelzeitfahren das Schlüsselbein gebrochen und war operiert worden. In der ARD sagte er während der Schlussetappe, die Operation sei gut verlaufen und er konzentriere sich nun auf seine Erholung.
Neben Pogacars Gelbem Trikot gingen zwei weitere wichtige Wertungen an offensiv auftretende Fahrer: Pedersen gewann als erster Däne das Grüne Trikot der Punktewertung. Richard Carapaz aus Ecuador sicherte sich das gepunktete Bergtrikot und wurde außerdem als kämpferischster Fahrer der Tour ausgezeichnet.
Trauen Sie Pogacar den alleinigen Tour-Rekord zu, oder kann ihn ein Konkurrent bei einer der kommenden Austragungen stoppen?






























