Das US-Verteidigungsministerium führt vier zuletzt getötete Soldaten nicht mehr in der bisherigen Bilanz zum Irankrieg. Stattdessen erschienen ihre Namen am Sonntag in der neuen Kategorie „Overseas Operations“, die Opfer von Auslandseinsätzen seit dem 7. Juli erfasst. Dort sind außerdem 207 Verwundete aufgeführt, wobei unklar ist, ob sie alle im Konflikt mit Iran verletzt wurden. In der gesonderten Iran-Statistik des Pentagon stehen damit wieder 14 Tote und 420 Verwundete. Zuvor hatte die maßgebliche Datenbank noch insgesamt 18 Todesopfer und 482 Verwundete ausgewiesen.
- Vier getötete US-Soldaten wurden aus der bisherigen Statistik zum Irankrieg in eine neue Einsatzkategorie verschoben.
- Unter „Overseas Operations“ listet das Pentagon vier Tote und 207 Verwundete seit dem 7. Juli.
- Die gesonderte Iran-Bilanz sank von 18 auf 14 Tote sowie von 482 auf 420 Verwundete.
- Das Pentagon begründete zwischenzeitliche Änderungen mit „Anomalien“ und „vorübergehenden Datenstörungen“.
Die neue Zuordnung ändert nicht die Zahl der gestorbenen Soldaten, wohl aber, welche Opfer in der offiziellen Bilanz des Irankriegs sichtbar sind.
Die Zahlen stammen aus dem „Defense Casualty Analysis System“ des Pentagon. Vertreter des Ministeriums hatten wiederholt auf dieses System als maßgebliche Quelle für Tote und Verwundete des Konflikts verwiesen. Die Einteilung ist deshalb mehr als eine technische Frage: Werden zusammenhängende Kampfhandlungen unter verschiedenen Bezeichnungen erfasst, müssen Öffentlichkeit und Politik mehrere Kategorien addieren, um die personellen Folgen insgesamt beurteilen zu können.
Die Opferzahlen änderten sich innerhalb weniger Tage
Noch am Dienstag nannte die Website 18 Tote und 482 Verwundete. Auch US-Präsident Donald Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, der „Iran Military Conflict“ habe 18 Menschenleben gefordert.
Am Mittwoch fiel die offizielle Angabe dann auf 14 Tote und 420 Verwundete. Ein US-Beamter sagte der Nachrichtenagentur Associated Press zu diesem Zeitpunkt allerdings, die tatsächliche Zahl der Verwundeten im Krieg sei auf deutlich mehr als 500 gestiegen.
Pentagon-Sprecher Joel Valdez wies am Donnerstag den Eindruck zurück, das Ministerium wolle die menschlichen Kosten des Krieges verschleiern. Er sprach von „Anomalien“ und „vorübergehenden Datenstörungen“, die in Kürze behoben würden. Auch der oberste Pentagon-Sprecher Sean Parnell bezeichnete den Rückgang als zeitweilige Störung der Daten.
Am Sonntag folgte schließlich die neue Kategorie. Sie beginnt ausdrücklich mit dem 7. Juli und enthält die vier zuvor aus der Iran-Bilanz verschwundenen Todesfälle namentlich. Die frühere Phase des Krieges, die als „Operation Epic Fury“ bezeichnet wird, bleibt dadurch mit 14 getöteten Soldaten und mehr als 400 im Einsatz Verwundeten separat ausgewiesen.
Die neue Kategorie beginnt mit dem Ende der Feuerpause
Die USA und Israel hatten den Krieg gegen Iran am 28. Februar begonnen. In den ersten Kampfphasen kamen 14 US-Soldaten ums Leben. Washington und Teheran vereinbarten im April eine Waffenruhe und unterzeichneten Mitte Juni ein vorläufiges Abkommen zur Beendigung des Krieges.
Am 7. Juli griff Iran drei Handelsschiffe in der Straße von Hormus an. Die Schiffe waren auf einer Route nahe der Küste Omans unterwegs, die vom US-Militär überwacht wird. Amerikanische Streitkräfte reagierten mit Angriffen auf iranische Ziele; Trump erklärte daraufhin die Waffenruhe für beendet.
Drei der nun separat geführten Soldaten starben nach einem iranischen Angriff mit ballistischen Raketen und Drohnen auf einen Stützpunkt in Jordanien am 17. Juli. Ein weiterer Soldat kam einen Tag später im Irak bei der kontrollierten Sprengung einer iranischen Drohne ums Leben. Bei der Bekanntgabe zweier Todesfälle in Jordanien erklärte das Pentagon, die Soldaten hätten die US-Mission gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ unterstützt. Die beiden anderen Fälle wurden allgemein Auslandseinsätzen zugeordnet.
Kritik richtet sich gegen die Trennung in zwei Kriegsphasen
Drei Militärvertreter schilderten der „New York Times“, die Regierung habe die vier Todesfälle wegen der zwischenzeitlich erklärten Waffenruhe aus der bisherigen Liste herausgenommen und die späteren Operationen getrennt betrachtet.
Der republikanische Kongressabgeordnete Thomas Massie warf dem Pentagon vor, so zu tun, als gebe es „zwei Irankriege“, getrennt durch eine kurze Waffenruhe.
Vertreter des Ministeriums halten dagegen, die Datenbank belege das Bekenntnis des Pentagon zur Transparenz. Für die Bewertung des Konflikts bedeutet die neue Systematik dennoch, dass die Gesamtbelastung der US-Streitkräfte nicht mehr aus einer einzigen Iran-Zahl hervorgeht.






























