Die Ermittlungen gegen Laura Freigang wegen drei verpasster Dopingkontrollen dauern vor dem ersten Pflichtspiel von Eintracht Frankfurt weiter. Der DFB-Kontrollausschuss prüft seit Anfang Juni, ob die Nationalspielerin innerhalb von zwölf Monaten dreimal gegen ihre Meldepflichten verstoßen hat. Der 28-jährigen Kapitänin droht im ungünstigsten Fall eine zweijährige Sperre. Trotzdem soll sie am Mittwoch um 19 Uhr in der Champions-League-Qualifikation gegen Omonia Nikosia spielen. Der Verband verweist auf umfangreiche Ermittlungen, komplexe medizinische und rechtliche Fragen sowie einzuhaltende Fristen; eine Entscheidung gibt es bislang nicht.
- Der DFB untersucht drei mögliche Melde- oder Kontrollversäumnisse innerhalb von zwölf Monaten.
- Im ungünstigsten Fall könnte Laura Freigang für zwei Jahre gesperrt werden.
- Eintracht Frankfurt plant bis zu einem möglichen Urteil weiterhin mit seiner Kapitänin.
Drei sogenannte Strikes lösen die Prüfung aus
Freigang gehört als Nationalspielerin zum Registered Testing Pool, kurz RTP. Für Sportlerinnen und Sportler in diesem Testpool gelten besonders strenge Meldepflichten: Sie müssen regelmäßig hinterlegen, wo und wann sie für unangekündigte Kontrollen erreichbar sind. Das ermöglicht Tests auch außerhalb von Training und Wettkampf.
Freigang soll dreimal nicht an dem von ihr angegebenen Ort angetroffen worden sein. Jedes dieser Kontrollversäumnisse, im Anti-Doping-System als „Strike“ bezeichnet, wird einzeln geprüft. Nach Berichten von „Bild“ und „FAZ“ könnte insbesondere der dritte Fall eine Rolle spielen. Freigang soll an diesem Tag ein Spiel gehabt, dies aber möglicherweise nicht korrekt in der vorgesehenen App eingetragen haben. Die Kontrolleurin traf sie deshalb nicht an.
Damit muss geklärt werden, ob das Versäumnis allein der Spielerin anzulasten ist oder ob mildernde Umstände beziehungsweise Formfehler bei Nada oder DFB vorliegen. Freigang selbst hatte Anfang Juni auf Instagram erklärt, sie habe die Kontrollen nicht bewusst vermieden. Vielmehr gehe es um „Unstimmigkeiten bzw. Missverständnisse“ bei den täglich und stundenaktuell zu pflegenden Angaben.
Eine Sperre würde Freigang vollständig aus dem Team nehmen
Bei einer zweijährigen Sperre dürfte Freigang nicht einmal am Mannschaftstraining von Eintracht Frankfurt teilnehmen.
Für den Klub hätte ein solches Urteil damit unmittelbare sportliche Folgen. Die Angreiferin ist Kapitänin, erzielte in 170 Bundesligaspielen 100 Tore und besitzt einen Vertrag bis zum Sommer 2027. Für die Nationalmannschaft kam sie bislang 44-mal zum Einsatz.
Bis zu einem möglichen Urteil bleibt Freigang nach Angaben des Vereins fester Bestandteil des Kaders und soll auch in Pflichtspielen eingesetzt werden. Katharina Kiel, Direktorin Frauenfußball bei Eintracht Frankfurt, sicherte ihr im Rahmen der Möglichkeiten des Klubs „maximale Unterstützung“ zu. Beim jüngsten Testspiel gegen Racing Straßburg, das Frankfurt mit 1:0 gewann, trug Freigang wie gewohnt die Kapitänsbinde.
Die offene Entscheidung bedeutet für Spielerin und Verein, dass die Saisonplanung zunächst unter Vorbehalt steht, obwohl Freigang weiterhin eingesetzt werden soll.
Das Verfahren kann bis Weihnachten oder länger dauern
Die Nationale Anti-Doping Agentur hatte den Fall Anfang Juni offiziell an den DFB übergeben. Eva Bunthoff, Leiterin des Ressorts Doping-Kontroll-System bei der Nada, verwies darauf, dass solche Ergebnismanagement-Verfahren nach den Vorgaben der Welt-Anti-Doping-Agentur innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen werden sollten. Der Fall könnte sich damit bis Weihnachten oder sogar darüber hinaus hinziehen.
Kommt der Kontrollausschuss zu einem entsprechenden Ergebnis, könnte sich das DFB-Sportgericht mit dem Fall befassen. Der Verband betont, seine Rechtsinstanzen arbeiteten unabhängig und hätten keine Berührungspunkte mit der Nationalmannschaft. Einen Interessenkonflikt sieht der DFB daher nicht.
Für spätere Fälle ändert sich das Verfahren: Von 2027 an wird nach den Compliance-Regeln der Wada allein die Nada für solche Ermittlungen zuständig sein. Das laufende Verfahren gegen Freigang muss jedoch noch der DFB abschließen.
Halten Sie die strengen Meldepflichten und die mögliche Dauer des Verfahrens in diesem Fall für angemessen?






























