Der Autonomous Intern bringt einen dauerhaft erreichbaren KI-Agenten in eine kleine, pyramidenförmige Box. Im Inneren arbeiten ein Raspberry Pi 5 mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher, ein zusätzlicher Lüfter und eine LED; beim Start lädt das Linux-basierte System direkt OpenClaw. Im Test von New Atlas war die Einrichtung nach rund zehn Minuten erledigt. Anschließend ließ sich der Agent über Telegram, Slack oder Discord ansprechen und konnte nicht nur Text erzeugen, sondern auch Dateien lesen, Befehle ausführen und Aufgaben automatisieren. Wie nützlich oder riskant das Gerät wird, hängt damit vor allem von den eingeräumten Zugriffsrechten ab.
- Die Hardware basiert auf einem Raspberry Pi 5 mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher.
- Der Tester nahm seinen OpenClaw-Agenten innerhalb von rund zehn Minuten in Betrieb.
- Im kostenlosen Tarif stehen täglich zehn Millionen Tokens zur Verfügung.
- Ein direkter SSH-Zugang ist nicht vorgesehen; kommuniziert wird über Telegram, Slack oder Discord.
Die schnelle Einrichtung endet beinahe im Totalausfall
Der unkomplizierte Start täuscht nicht darüber hinweg, dass tiefere Eingriffe heikel sein können. Der Tester versuchte, sich trotz fehlender Root-Rechte vollständige Kontrolle über den Raspberry Pi zu verschaffen. Nach weiteren zehn Minuten war das System nicht mehr funktionsfähig. Nach eigener Darstellung handelte es sich vollständig um einen Bedienfehler.
Um den Autonomous Intern wiederzubeleben, musste er beim technischen Support eine Sicherung des Softwarepakets anfordern und die microSD-Karte neu aufsetzen. Einen direkten SSH-Zugang zum Mini-Computer gewährt Autonomous nicht. Zugleich kann der OpenClaw-Agent auf interne Dateien zugreifen – eine Kombination, die deutlich macht, wie unterschiedlich die Rechte von Nutzer und Agent ausgestaltet sind.
Der Autonomous Intern ist damit weniger ein frei administrierbarer Mini-PC als eine kontrollierte Plattform, auf der ein vergleichsweise handlungsfähiger KI-Agent arbeitet.
Der KI-Agent handelt, statt nur Antworten zu liefern
Genau darin liegt der Unterschied zu einem klassischen Chatbot: Ein KI-Agent beschränkt sich nicht auf einen Dialog, sondern kann bereitgestellte Werkzeuge verwenden. Dazu gehören etwa der Zugriff auf Dateien, die Ausführung von Systembefehlen oder die Untersuchung eines Netzwerks. Welche Aktionen möglich sind, bestimmt der Nutzer durch die vergebenen Berechtigungen.
Als Sprachmodelle bietet Autonomous unter anderem Claude Haiku 4.5, Claude Opus 4.6, DeepSeek V4 Pro und Qwen 3.6 Plus an. Eine automatische Option wählt ein Modell für den jeweiligen Einsatz aus. Abgerechnet wird über Tokens, also Textbausteine, die ein Modell bei Ein- und Ausgabe verarbeitet.
Pro Tag sind zehn Millionen Tokens kostenlos. Für 20 US-Dollar monatlich steigt das Kontingent auf täglich 50 Millionen Tokens; ein Tarif für 100 US-Dollar im Monat sieht eine unbegrenzte tägliche Nutzung vor. Der Tester band seinen Agenten allerdings über eine OpenRouter-Schnittstelle an ein Modell außerhalb dieses Angebots an.
Für Nutzer bedeutet das: Je mehr Dateien, Konten und Geräte der Agent bedienen darf, desto größer wird sein praktischer Nutzen – aber auch der mögliche Schaden eines fehlerhaften Befehls.
Im Heimnetz spielt das System seine Stärken aus
Im Test erwies sich der Autonomous Intern vor allem bei technisch aufwendigen Aufgaben als hilfreich. Nach einem Umzug nutzte der Autor den Agenten, um unbeschriftete Ethernet-Leitungen sowie Geräte im lokalen Netzwerk anhand ihrer IP- und MAC-Adressen zu identifizieren. Die Zuordnung zum 24-Port-PoE-Switch dauerte dadurch nur einige Stunden statt mehrerer Tage.
Auch zahlreiche Smart-Home-Komponenten verschiedener Hersteller wurden erfasst. Darüber hinaus half der Agent beim Einrichten eines Frigate-NVR-Systems und führte die Sicherheitskameras in einer gemeinsamen Oberfläche zusammen. Mit MemPalace erhielt er außerdem ein dauerhaftes Gedächtnis über einzelne Sitzungen hinweg.
Der Nutzen hängt stark vom technischen Vorwissen ab
Für Entwickler, experimentierfreudige Heimanwender und Menschen mit komplexen Netzwerken eröffnet die Box damit viele Möglichkeiten. Wer einen Computer hauptsächlich für E-Mails und einfache Alltagsaufgaben verwendet, dürfte den Funktionsumfang dagegen kaum ausschöpfen.
Auch für Nutzer im deutschsprachigen Raum bleibt die zentrale Abwägung dieselbe: Komfort entsteht nur, wenn der Agent ausreichenden Zugriff auf Systeme und Daten erhält. Weil Kommunikation und Tarife zugleich an die Infrastruktur von Autonomous gekoppelt sind, sollten Interessenten vorab prüfen, welche Aufgaben sie tatsächlich automatisieren wollen und welche Berechtigungen dafür nötig wären.
Würden Sie einem solchen KI-Agenten Zugriff auf Ihr Heimnetz und Ihre Dateien geben – oder wären Ihnen die Berechtigungen zu weitreichend?






























