Robinhood hat im zweiten Quartal einen Rekordumsatz von 1,31 Milliarden US-Dollar erzielt und damit die Analystenschätzungen von 1,25 bis 1,28 Milliarden US-Dollar übertroffen. Auch der Gewinn je Aktie fiel mit 0,62 US-Dollar höher aus als die erwarteten 0,42 US-Dollar. Zu den wichtigsten Treibern der am Mittwoch vorgelegten Zahlen gehörten das Gold-Abonnement und die Prognosemärkte der Handelsplattform. Dort stieg das Volumen von neun Milliarden Kontrakten im ersten Quartal auf 13 Milliarden im zweiten Quartal. Schwächer entwickelte sich dagegen weiterhin das Geschäft mit Kryptowährungen.
- Robinhood erzielte im zweiten Quartal 1,31 Milliarden US-Dollar Umsatz.
- Die Erlöse aus Prognosemärkten stiegen gegenüber dem Vorquartal von rund 104 auf 156 Millionen US-Dollar.
- Robinhood Gold wuchs binnen eines Jahres um 39 Prozent auf 4,8 Millionen Kunden.
- Der Krypto-Umsatz sank im Jahresvergleich um 38 Prozent auf 100 Millionen US-Dollar.
Prognosemärkte und Abos liefern den Wachstumsschub
Über Prognosemärkte können Nutzer auf den Ausgang künftiger Ereignisse setzen, darunter Sportwettkämpfe und Wahlen. Anders als beim klassischen Aktienhandel richtet sich der Wert eines solchen Ereigniskontrakts danach, ob ein festgelegtes Ergebnis eintritt.
Das von Robinhood abgewickelte Volumen erhöhte sich innerhalb eines Quartals um vier Milliarden auf 13 Milliarden Kontrakte. Die Einnahmen aus diesem Bereich legten im selben Vergleich von rund 104 Millionen auf 156 Millionen US-Dollar zu. Bill Birmingham, Managing Director bei REX Financial, bezifferte den Erlös auf 1,15 US-Cent je Ereigniskontrakt.
Damit steuerten Prognosemärkte im zweiten Quartal einen deutlich größeren Umsatzbeitrag bei als Robinhoods zuletzt rückläufiges Kryptogeschäft.
Auch das kostenpflichtige Angebot Robinhood Gold gewann weitere Kunden. Die Zahl der Abonnenten stieg im Jahresvergleich um 39 Prozent auf 4,8 Millionen. Finanzchef Shiv Verma verwies zudem auf Kundeneinlagen von 22 Milliarden US-Dollar, die einen Rekordwert für das Unternehmen darstellten.
Das neue Geschäft verbreitert Robinhoods Ertragsbasis
Für Robinhood bedeutet der Ausbau der Prognosemärkte, dass die Plattform ihre Einnahmen nicht allein aus dem Handel mit Aktien oder Kryptowährungen erzielen muss. Abonnements liefern wiederkehrende Erlöse, während Ereigniskontrakte mit jedem abgewickelten Geschäft Einnahmen erzeugen können. Für Anleger ist deshalb nicht nur das gesamte Handelsvolumen relevant, sondern auch die Frage, wie viel Robinhood pro Kontrakt behält.
Die Entwicklung ist auch deshalb bedeutsam, weil das Kryptogeschäft im zweiten Quartal 100 Millionen US-Dollar einbrachte und damit 38 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Rückgang fiel in eine anhaltend schwache Phase des breiteren Kryptomarkts.
Der Quartalsbericht zeigt somit eine Verschiebung innerhalb des Geschäfts: Prognosemärkte und Abos gewinnen an Gewicht, während die früher wichtige Krypto-Sparte weniger beisteuert.
Robinhood will mehr Geschäfte intern abwickeln
Mit dem steigenden Volumen verändert Robinhood auch die technische Abwicklung. Verma zufolge versucht das Unternehmen, die von Nutzern vereinnahmte Spanne zu verringern, insbesondere bei weniger populären Wetten. Dazu leitet die Plattform mehr Transaktionen an Rothera weiter, ein gemeinsam mit dem Market Maker Susquehanna betriebenes internes Angebot, das laut Verma niedrigere Gebühren ermöglicht.
Bislang nutzte Robinhood für den Betrieb im Hintergrund unter anderem Kalshi und teilte dabei einen Teil der Einnahmen mit den beteiligten Anbietern. Mehr Abwicklung über Rothera könnte Robinhood daher größere Kontrolle über Preise und Prozesse geben. Das ist eine mögliche geschäftliche Folge der neuen Struktur, nicht jedoch bereits ein ausgewiesenes Ergebnis des Quartals.
Die Robinhood-Aktie legte nach Vorlage der Zahlen zunächst zu, gab ihre Gewinne anschließend aber wieder ab. Nach einer Eröffnung nahe 92 US-Dollar wurde sie bei rund 89 US-Dollar gehandelt. Der breitere Markt verlor an diesem Tag etwa drei Prozent, nachdem die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen unverändert gelassen hatte.
Sind Prognosemärkte für Robinhood ein tragfähiges neues Geschäftsfeld oder bleibt die Abhängigkeit von wechselnden Handelstrends zu groß? Teilen Sie Ihre Einschätzung.






























