Ein starkes Erdbeben hat am Donnerstag gegen 13 Uhr Ortszeit die Andenregion in Peru erschüttert. Die US-Erdbebenwarte USGS bezifferte die Stärke auf 6,7 und verortete das Epizentrum in der Provinz Parinacochas, rund 800 Kilometer von Lima entfernt. Mindestens zwei Menschen wurden verletzt; ein anderer vorläufiger Bericht nennt drei Leichtverletzte. Zudem wurden mehr als 30 Gebäude beschädigt. Die Erschütterungen waren bis in die Hauptstadt sowie in Cusco, Arequipa und Junín zu spüren. Berichte über Todesopfer lagen zunächst nicht vor.
- Die USGS gab die Stärke des Erdbebens mit 6,7 an, das peruanische Geophysikalische Institut zunächst mit 7,2.
- Vorläufige Berichte sprechen von mindestens zwei Verletzten und Schäden an mehr als 30 Gebäuden.
- Nach Angaben der peruanischen Marine bestand keine Tsunami-Gefahr.
Ein schweres Beben in Kolumbien ging voraus
Das Erdbeben in Peru folgt auf eine weitere schwere Erschütterung in der Region: Zehn Tage zuvor hatte ein Beben der Stärke 7,4 den Westen des Nachbarlandes Kolumbien getroffen. Dabei kamen nach den vorliegenden Berichten mindestens 319 Menschen ums Leben. Auch dieses Beben ereignete sich in rund 100 Kilometern Tiefe.
Peru liegt in einer seismisch aktiven Zone am Pazifik. Dort treffen Erdplatten aufeinander, weshalb Erdbeben grundsätzlich zum geologischen Risiko des Landes gehören. Für die Bevölkerung bedeutet das, dass neben der Stärke auch Tiefe, Entfernung zu Siedlungen und Bauweise entscheidend dafür sind, wie schwer die Folgen ausfallen können.
Das Beben traf die Provinz Parinacochas am Mittag
Nach den mehrfach genannten USGS-Daten lag der Erdbebenherd rund 99 Kilometer tief und das Epizentrum 31 Kilometer nordwestlich von Aniso. Andere erste Orts- und Tiefenangaben wichen davon ab. Solche Unterschiede können entstehen, weil Erdbebendienste Messdaten getrennt auswerten und ihre Berechnungen aktualisieren.
Auch bei der Stärke lagen die Institute auseinander: Während die USGS 6,7 meldete, nannte das Geophysikalische Institut Perus 7,2.
In Coracora, der Hauptstadt der Provinz Parinacochas, wurden nach Angaben des Zivilschutzes mindestens zwei Menschen verletzt, als sie während der Erschütterungen ihre Häuser verließen. Peruanische Medien zeigten zudem, wie Gestein und Erdreich an Hängen nahe der Stadt abrutschten.
Die ersten Schadensbilanzen unterscheiden sich noch. Der Leiter des peruanischen Zivilschutzes berichtete von Schäden an 22 Häusern, sechs Gesundheitszentren und einer Schule in mehreren Bezirken der Regionen Ayacucho und Cusco. Ein anderer vorläufiger Bericht führte sechs Schulen und zwölf medizinische Einrichtungen auf. Die abweichenden Angaben zeigen, dass die Erfassung noch nicht abgeschlossen ist.
Rettungsteams prüfen nun Schäden in den Andenorten
Die Behörden entsandten Einsatzkräfte in die Andenstädte Puquio und Coracora. Die weiteren Begutachtungen sollen klären, welche Gebäude weiter genutzt werden können und wo zusätzliche Hilfe erforderlich sein könnte. Das wäre insbesondere bei Schulen und Gesundheitseinrichtungen für den Alltag der betroffenen Orte von Bedeutung.
Um 16.30 Uhr Ortszeit registrierte das peruanische Geophysikalische Institut außerdem ein Nachbeben der Stärke 4,2. Zugleich gab die Marine Entwarnung für die Küste: Eine Tsunami-Gefahr bestand demnach nicht.
Im Mittelpunkt steht nun die laufende Schadensaufnahme, da die bisher veröffentlichten Zahlen weiterhin vorläufig sind.






























