Für Interessenten in Deutschland dürfte der Toyota GRMN Corolla schwer greifbar bleiben: Toyota baut weltweit nur 730 Exemplare, wobei der Vertrieb vor allem auf Nordamerika, Japan und Australien ausgerichtet sein soll. Wie viele Fahrzeuge Europa erreichen, ist nicht bekannt. Der Verkauf ist für den Spätsommer vorgesehen. In den USA beginnt der Basispreis bei 64.360 US-Dollar, noch vor Überführung, Steuern und möglichen Händleraufschlägen. Dafür wird der ohnehin sportliche GR Corolla zum leichteren Zweisitzer – seine Motorleistung bleibt jedoch unverändert.
- Vom Toyota GRMN Corolla entstehen weltweit lediglich 730 nummerierte Exemplare.
- Der 1,6-Liter-Turbodreizylinder leistet weiterhin 300 PS beziehungsweise 224 kW.
- Durch den Ausbau der Rücksitze und Karbonteile sinkt das Gewicht um 30 Kilogramm.
- Eine Automatik ist nicht vorgesehen; angeboten wird ausschließlich ein Sechsgang-Schaltgetriebe.
Der Nürburgring prägt Fahrwerk und Namen
Die zusätzlichen Buchstaben „MN“ verweisen auf die „Meisters of the Nürburgring“. Entsprechend konzentrieren sich die Änderungen weniger auf zusätzliche Motorleistung als auf das Verhalten bei wiederholten Rennstreckeneinsätzen.
Der aufgeladene Dreizylinder liefert wie im regulären GR Corolla 300 PS. Das maximale Drehmoment steigt lediglich von 400 auf 410 Newtonmeter. Neu abgestimmt wurden dagegen das Allradsystem und die elektrische Servolenkung. Hinzu kommen spezielle Einrohrdämpfer, andere Federn sowie ein eng abgestuftes Sechsgang-Schaltgetriebe.
Der GRMN Corolla ist damit kein klassisches Leistungs-Upgrade, sondern ein ab Werk auf Fahrwerk, Traktion und geringeres Gewicht zugeschnittenes Tracktool.
Karbon kommt unter anderem an Motorhaube und Kotflügeln zum Einsatz. Geschmiedete Räder tragen Michelin Pilot Sport Cup 2-Reifen. Ein Lufteinlass in der Haube, Entlüftungsöffnungen an den Kotflügeln und ein manuell in Ein-Grad-Schritten verstellbarer Heckflügel sollen die Aerodynamik anpassbar machen. Deren Gestaltung orientiert sich am wasserstoffbetriebenen GR-Corolla-Rennwagen aus der Super-Taikyu-Serie.
Für längere Belastung auf der Strecke erhält das Sondermodell außerdem eine Ladeluftkühler-Besprühung. Die Rückbank entfällt vollständig, während vorn leichtere Schalensitze eingebaut werden. Damit bietet der GRMN Corolla nur noch Platz für zwei Personen.
Der hohe Aufpreis bezahlt vor allem Exklusivität
Der reguläre GR Corolla startet laut den vorliegenden US-Preisangaben bei 40.520 US-Dollar. Der GRMN liegt damit mehr als 50 Prozent darüber, obwohl die Leistung nicht steigt. Auch die Ausstattung wirkt nicht durchgehend luxuriös: Zur Wahl stehen nur zwei Farben, das Infotainment misst acht Zoll, und eine Automatikoption gibt es nicht.
Preislich nähert sich der kompakte Toyota sogar dem GR Supra Final Edition, für den 70.645 US-Dollar genannt werden. Der Vergleich zeigt, worauf Toyota bei dem Sondermodell setzt: nicht auf das günstigste Verhältnis von Leistung zu Preis, sondern auf eine stark begrenzte Auflage, spezielle Rennstreckentechnik und nummerierte Plaketten.
Für Käufer bedeutet das: Der erhebliche Mehrpreis lässt sich vor allem dann rechtfertigen, wenn Seltenheit und Werksabstimmung wichtiger sind als reine Leistungsdaten oder Alltagstauglichkeit.
Zum Paket gehören zudem eine einjährige Mitgliedschaft bei der US-Motorsportorganisation National Auto Sport Association und die kostenlose Teilnahme an einer Fahrveranstaltung mit professioneller Anleitung. Ob und in welcher Form solche Leistungen außerhalb der USA angeboten würden, geht aus den Berichten nicht hervor.
Für den deutschen Markt bleibt deshalb nicht nur die Verfügbarkeit offen. Auch der umgerechnete US-Basispreis wäre kein möglicher deutscher Listenpreis: Steuern, Überführung, regionale Ausstattung und Vertriebsbedingungen unterscheiden sich. Einen besonderen lokalen Bezug hat das Auto dennoch durch seine am Nürburgring entwickelte Fahrwerksabstimmung – selbst wenn das fertige Sondermodell hierzulande kaum zu sehen sein dürfte.
Ist die Nürburgring-Abstimmung den hohen Aufpreis wert, oder wäre für Sie ein regulärer GR Corolla die sinnvollere Wahl?






























