Uber will die Zustellung von Essen stärker in die Luft verlagern: Gemeinsam mit dem kalifornischen Drohnenunternehmen Zipline sollen noch in diesem Jahr erste Uber-Eats-Bestellungen per Drohne ausgeliefert werden. Als Startgebiete sind bestehende Zipline-Märkte in den USA vorgesehen, darunter Pea Ridge im Bundesstaat Arkansas und der Großraum Dallas-Fort Worth in Texas. Anschließend soll das Angebot auf Dutzende weitere Städte wachsen. Bis Ende 2029 verfolgen die Partner das Ziel, täglich eine Million Drohnenlieferungen abzuwickeln. Uber investiert zudem strategisch in Zipline; finanzielle Einzelheiten nannten die Unternehmen nicht.
- Die ersten Drohnenlieferungen für Uber Eats sind noch in diesem Jahr geplant.
- Der Start soll in Pea Ridge und im Großraum Dallas-Fort Worth erfolgen.
- Uber und Zipline streben bis Ende 2029 eine Million Lieferungen pro Tag an.
- Zipline hat bislang mehr als 2,7 Millionen Lieferungen durchgeführt.
Lockerere US-Regeln bereiten den Boden
Die Kooperation folgt auf eine längere Entwicklung im US-Liefermarkt. Zipline nahm seinen Betrieb 2016 in Rwanda auf und transportierte dort medizinische Güter in abgelegene Gebiete. Inzwischen ist das Unternehmen unter anderem auch in Ghana, Japan, Nigeria, Côte d’Ivoire und Kenya tätig. In Texas organisiert Zipline seit 2025 Drohnenlieferungen; zudem arbeitete die Firma bereits mit Walmart und Chipotle bei der Zustellung von Lebensmitteln und Handelswaren zusammen.
Auch Uber beschäftigt sich schon länger mit automatisierten Transportformen. Das Unternehmen ging 2025 für Uber Eats eine Partnerschaft mit dem Drohnenanbieter Flytrex ein, die ebenfalls eine Investition umfasste. Daneben kooperiert Uber mit Lucid und Momenta bei Robotaxis.
Begünstigt wird der Ausbau durch Veränderungen im regulatorischen Umfeld der USA. Nach einer Anordnung von Präsident Donald Trump aus dem Jahr 2025 schlug die US-Luftfahrtbehörde FAA neue Regeln vor, die einen breiteren Einsatz kommerzieller Lieferdrohnen ermöglichen sollen. Die FAA ist für die zivile Luftfahrt in den Vereinigten Staaten zuständig und entscheidet damit auch über die Voraussetzungen für solche Flüge.
Der Wettbewerb läuft bereits: DoorDash arbeitet seit 2022 mit Wing bei Drohnenlieferungen zusammen und weitete den Dienst zuletzt auf den Großraum Atlanta aus. Außerdem startete das Unternehmen nach einer FAA-Genehmigung sein eigenes Programm DoorDash Air.
Uber verbindet seine App mit Ziplines Drohnenflotte
Im Zentrum der neuen Partnerschaft steht die Verbindung von Ubers Bestellnetz mit der Technik und Flotte von Zipline. Nach Darstellung von Uber sollen Bestellungen innerhalb weniger Minuten bis vor das Grundstück der Kundinnen und Kunden gelangen können.
Uber setzt dabei nicht allein auf Drohnen. Das Unternehmen beschreibt sein künftiges Liefernetz als Kombination aus menschlichen Kurieren, kleinen Lieferrobotern auf Gehwegen und Fluggeräten. Je nach Wohnort soll die Plattform eine passende und möglichst effiziente Zustellmethode auswählen.
Für Uber bedeutet die Partnerschaft, dass der Konzern kein eigenes vollständiges Drohnensystem aufbauen muss, sondern seine Plattform mit einem spezialisierten Betreiber verknüpfen kann.
Drohnen betreffen vor allem die sogenannte letzte Meile, also den Abschnitt zwischen Restaurant oder Ausgabestelle und Lieferadresse. Sollten sie in geeigneten Gebieten häufiger eingesetzt werden, könnten sie das vorhandene Kuriernetz ergänzen. Ob dies praktisch möglich ist, hängt jedoch unter anderem von lokalen Genehmigungen und davon ab, ob eine Adresse für diese Zustellform vorgesehen ist.
Nach dem US-Start sollen Dutzende Städte folgen
Der nächste Schritt ist der geplante Start in den bereits von Zipline bedienten US-Gebieten. Danach wollen Uber und Zipline die Drohnenlieferungen in Dutzende zusätzliche Städte bringen. Konkrete Orte oder einen detaillierten Zeitplan für diese Erweiterung nannten sie nicht.
Das Ziel von einer Million täglichen Lieferungen bis Ende 2029 beschreibt damit vorerst den angestrebten Ausbau – nicht die heutige Kapazität des Dienstes.
Für Deutschland ist bislang kein Starttermin Teil der Ankündigung. Die zunächst genannten Einsatzgebiete liegen ausschließlich in den USA. Für deutsche Kundinnen und Kunden ändert sich daher vorerst nichts; relevant ist das Vorhaben vor allem als Beispiel dafür, wie Lieferplattformen menschliche Kuriere, Roboter und Drohnen künftig in einem gemeinsamen System koordinieren könnten.
Würden Sie eine Uber-Eats-Bestellung per Drohne annehmen, oder bevorzugen Sie weiterhin die Zustellung durch einen Kurier?






























