Die WNBA hat das Vorgehen ihrer Sicherheitskräfte beim Spiel zwischen den Indiana Fever und den Atlanta Dream nachträglich als falsch bezeichnet. Mindestens drei Fans waren am Sonntag in Atlanta aufgefordert worden, Botschaften auf ihren T-Shirts zu verdecken – sowohl zur Unterstützung von trans Personen als auch gegen deren Teilnahme am Frauenbasketball. Die Liga erklärte, sie sei über die Vorfälle informiert und habe ihre Sicherheitskräfte darauf hingewiesen, dass deren Handeln nicht korrekt gewesen sei. Über den Vorgang berichteten das US-Sportportal „The Athletic“ und die Nachrichtenagentur AP.
- Mindestens drei Zuschauer mussten beim WNBA-Spiel in Atlanta Aufschriften auf ihren T-Shirts verdecken.
- Betroffen waren Botschaften von Befürwortern und Gegnern der Teilnahme von trans Personen am Frauenbasketball.
- Die WNBA erklärte, das Eingreifen ihrer Sicherheitskräfte hätte nicht passieren dürfen.
- Atlanta Dream zufolge war das eigene Personal nicht an den Entscheidungen auf den Zuschauerrängen beteiligt.
Gegensätzliche Botschaften gerieten ins Visier
Nach Angaben von „The Athletic“ trug eine Person ein T-Shirt zur Unterstützung von trans Menschen. Zwei weitere Zuschauer zeigten die Aufschrift „XX-XY“, die sich gegen trans Personen im Frauenbasketball positioniert.
Während derselben Partie waren auf der Videotafel der State Farm Arena kurz weitere T-Shirts zu sehen. Darauf standen die englischen Slogans „Protect Trans Kids“ und „Trans kids belong in sports“, also sinngemäß „Schützt trans Kinder“ und „Trans Kinder gehören in den Sport“.
Atlanta Dream distanzierte sich von dem Eingreifen auf den Rängen. Eigenes Personal sei an den Entscheidungen nicht beteiligt gewesen, teilte der Klub mit. Zugleich bekannte er sich zur Schaffung eines sicheren und inklusiven Umfelds für alle.
Die Reaktion der Liga bedeutet zunächst, dass das Verdecken der Botschaften in diesem Fall nicht ihrer Linie entsprach – über die Teilnahmeberechtigung von trans Frauen entscheidet diese Korrektur jedoch nicht.
Sophie Cunninghams Aussagen prägen die Debatte
Dass die Auseinandersetzung erneut bei einem Spiel der Indiana Fever sichtbar wurde, hängt mit Äußerungen von Fever-Spielerin Sophie Cunningham zusammen. Sie hatte dem Sportsender ESPN im Juli gesagt, sie wolle junge Mädchen in der Umkleidekabine schützen. Mädchen sollten im Sport nicht gegen biologische Männer antreten, erklärte Cunningham.
In der Folge kam es bei mehreren Partien zu kleineren Demonstrationen von Unterstützern und Gegnern dieser Position. Auch innerhalb der WNBA sind unterschiedliche Haltungen sichtbar: Cheryl Reeve, Trainerin der Minnesota Lynx, trug zwei Wochen vor dem Spiel in Atlanta bei einer Begegnung mit Indiana ein T-Shirt mit der Aufschrift „Trans Kids Belong“.
Die WNBA hatte zuletzt betont, sie wolle sich in der Auseinandersetzung nicht zum „Spielball“ machen lassen. Der Vorfall zeigt allerdings, wie schwer eine solche Abgrenzung ist, sobald politische Botschaften im Publikum oder im Umfeld eines Spiels auftauchen.
Die Ligaregeln lassen Fragen zur Geschlechtsidentität offen
Bislang hat keine trans Frau in der WNBA gespielt. Die Liga ist nach ihren Bestimmungen Frauen vorbehalten, formuliert aber keine genaueren Vorgaben zur Geschlechtsidentität oder zum bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht. Bereits in der WNBA aktive Spielerinnen, denen bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde, haben sich später als transgender oder nicht-binär geoutet.
Damit dreht sich der aktuelle Konflikt nicht um eine konkrete trans Spielerin im Kader, sondern um eine grundsätzliche Frage, für die das Regelwerk der Liga keine näheren Kriterien nennt.
Die Stellungnahme der WNBA klärt deshalb vor allem den Umgang mit den T-Shirts bei dieser Partie. Eine umfassende Regel für politische oder gesellschaftliche Botschaften von Fans lässt sich daraus ebenso wenig ableiten wie eine Entscheidung über künftige Teilnahmevoraussetzungen.
Wie sollte die WNBA mit gegensätzlichen Botschaften im Publikum und den offenen Fragen ihres Regelwerks umgehen?






























