Der US-Militäreinsatz im Nahen Osten rückt die Bedingungen an Bord der USS Abraham Lincoln in den Fokus: Admiral Brad Cooper, Chef des US-Zentralkommandos, hat den Flugzeugträger im Arabischen Meer besucht und dessen Besatzung als „beeindruckend“ gewürdigt. Zuvor waren Berichte über psychische Belastungen und Versorgungsprobleme auf dem Schiff bekannt geworden. Die rund 5.000 Besatzungsmitglieder sollen mehr als 250 Tage auf See verbracht haben, ohne einen Hafen anzulaufen. Die USS Lincoln ist Teil des US-Krieges gegen Iran und soll durch die USS George Washington abgelöst werden.
- Die USS Abraham Lincoln war Berichten zufolge mehr als 250 Tage ohne Hafenaufenthalt im Einsatz.
- Mitglieder des US-Kongresses äußerten Sorge um die psychische und körperliche Gesundheit der rund 5.000 Besatzungsmitglieder.
- Die USS George Washington wird aus der Nähe Japans verlegt, um die USS Lincoln zu ersetzen.
Berichte schildern Belastungen nach langem Einsatz
Im Mittelpunkt der Kritik steht die ungewöhnlich lange Zeit auf See. Neben nicht näher erläuterten Versorgungsproblemen gibt es Berichte über psychische Belastungen innerhalb der Besatzung. Mehrere Crewmitglieder sollen versucht haben, über Bord zu springen.
Mitglieder des US-Kongresses haben deshalb Bedenken hinsichtlich der psychischen und körperlichen Verfassung der Besatzung geäußert.
Flugzeugträger dienen den US-Streitkräften als mobile Start- und Landeplattformen für militärische Luftoperationen. Die Arbeits- und Lebensbedingungen an Bord unterscheiden sich grundlegend vom Dienst an Land: Tausende Menschen verbringen lange Zeit auf engem Raum und unter den Anforderungen eines laufenden Einsatzes. Das erklärt den besonderen Stellenwert von Versorgung, Erholungsphasen und psychischer Betreuung, ohne die Ursachen einzelner gemeldeter Fälle vorwegzunehmen.
Cooper verweist auf vergleichsweise wenige gemeldete Fälle
Cooper stellte nach seinem Besuch einen Vergleich mit der übrigen Trägerflotte an. Unter den elf aktiven US-Flugzeugträgern gehöre die USS Lincoln derzeit zu den Schiffen mit der niedrigsten Zahl an Fällen im Zusammenhang mit psychischer Gesundheit, erklärte der Admiral auf X.
Zugleich räumte er ein, dass damit nicht alles in Ordnung sei. Lange Einsätze auf See seien nicht für jeden geeignet, besonders anspruchsvoll und belastend. Menschen reagierten unterschiedlich auf Stressfaktoren, sagte Cooper.
Die genannte Fallzahl ordnet die Situation im Vergleich zur Flotte ein, widerlegt aber weder Berichte über einzelne Vorfälle noch die Sorgen wegen der Einsatzdauer. Ebenso lässt sich daraus nicht ablesen, wie schwer die jeweiligen Fälle sind.
Das von Cooper geführte US Central Command, kurz Centcom, koordiniert amerikanische Militäroperationen in einem Gebiet, das den Nahen Osten einschließt. Sein Besuch verbindet deshalb die Fürsorgefrage an Bord unmittelbar mit der militärischen Einsatzführung.
Die USS George Washington soll den Einsatz übernehmen
Die USA verlegen die USS George Washington aus der Nähe Japans, damit sie die USS Lincoln ersetzt. Ein solcher Wechsel bedeutet praktisch, dass die militärische Aufgabe von einem Träger auf einen anderen übergeht; er belegt für sich genommen jedoch nicht, dass die gemeldeten Belastungen der Grund für die Ablösung sind.
Auf die Frage, ob die USS Lincoln zu lange eingesetzt worden sei, antwortete US-Präsident Donald Trump am Freitag: „Nein, bei Weitem nicht lange genug.“
Für Deutschland und andere europäische Verbündete ist der Vorgang vor allem sicherheitspolitisch relevant: Die US-Trägerpräsenz im Nahen Osten ist Teil der militärischen Lage rund um Iran. Der geplante Austausch zeigt, dass Washington den Einsatz fortführen will, während zugleich Fragen nach den Grenzen langer Stationierungen und dem Schutz der Besatzungen offenbleiben.






























