Für den europäischen Fußball liegt der Schwerpunkt auf dem wachsenden Widerstand der UEFA gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino. Inmitten dieses Machtkampfs soll der Schweizer nach einem Bericht der „New York Post“ um ein privates Onlinegespräch mit US-Außenminister Marco Rubio gebeten haben. Als Termin sei Montag um 9 Uhr Ortszeit vorgesehen gewesen. Die Zeitung stützt sich auf zwei anonyme Quellen und bringt die Anfrage mit Infantinos politischer Zukunft in Verbindung. Die FIFA widersprach der Darstellung jedoch gegenüber Fox News – ebenfalls über eine nicht namentlich genannte Quelle.
- Die „New York Post“ berichtet von einer Gesprächsanfrage Infantinos an US-Außenminister Marco Rubio.
- Die FIFA bestreitet, dass ein Treffen mit Rubio oder einem anderen US-Kabinettsmitglied geplant sei.
- UEFA, AFC und CONCACAF haben sich laut dem Bericht gegen Infantino gestellt.
Die UEFA treibt den Widerstand gegen Infantino voran
Infantino steht dem Bericht zufolge vor allem aus Europa unter Druck. Die UEFA, der europäische Kontinentalverband, forciere seinen Sturz an der Spitze des Weltfußballverbands. Auch einzelne Nationalverbände hätten sich deutlich gegen ihn ausgesprochen.
Darüber hinaus hätten sich die asiatische AFC sowie die für Nord- und Mittelamerika und die Karibik zuständige CONCACAF gegen den FIFA-Präsidenten gewandt. Kontinentalverbände bündeln innerhalb der FIFA die nationalen Fußballverbände ihrer jeweiligen Regionen. Deutschland gehört dabei zum Zuständigkeitsbereich der UEFA.
Dass die Ablehnung aus mehreren Kontinentalverbänden kommt, bedeutet, dass der Konflikt nicht auf den europäischen Fußball begrenzt ist.
Für deutsche und andere europäische Fußballfans ist der Machtkampf deshalb relevant, weil die FIFA die internationalen Wettbewerbe organisiert, während die UEFA den europäischen Fußball vertritt. Politischer Widerstand zwischen diesen Ebenen kann die Zusammenarbeit innerhalb des Weltverbands belasten. Ob daraus tatsächlich ein Führungswechsel folgt, ist damit allerdings noch nicht entschieden.
Die FIFA bestreitet den angeblichen Termin in Washington
Nach Darstellung der „New York Post“ wollte Infantino mit Rubio darüber sprechen, wie Fußball den USA als Instrument sogenannter Soft Power dienen könne. Damit ist politischer Einfluss über Kultur, öffentliche Wahrnehmung oder Sport gemeint, nicht über Zwangsmittel.
Eine der anonymen Quellen behauptete gegenüber der Zeitung jedoch, tatsächlich gehe es Infantino darum, seinen Posten zu sichern. Eine zweite Quelle beschrieb ihn als zunehmend isoliert und auf der Suche nach prominenten Unterstützern, die sich öffentlich hinter ihn stellen könnten.
Die FIFA wies den Kern des Berichts zurück. Eine anonyme Quelle des Weltverbands erklärte gegenüber Fox News, weder für Montag noch für einen anderen Zeitpunkt sei ein Gespräch mit Rubio oder einem weiteren Mitglied des US-Kabinetts vereinbart. Eine offizielle Stellungnahme der FIFA lag demnach nicht vor. Laut „New York Post“ waren sowohl der Verband als auch das US-Außenministerium um eine Stellungnahme gebeten worden.
Damit stehen sich zwei nicht offiziell bestätigte Darstellungen gegenüber: anonyme Quellen über eine angebliche Anfrage und ein anonym übermitteltes Dementi der FIFA.
Der gescheiterte Investorendeal verschärft Infantinos Lage
Ausgangspunkt des aktuellen Drucks ist laut dem Bericht Infantinos gescheiterter Versuch, die Weltmeisterschaft zu privatisieren und deren kommerzielle Rechte zu verkaufen. Bei dem geplanten Geschäft sollte eine neu gegründete Private-Equity-Gesellschaft um den Bruder von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, eine zentrale Rolle spielen.
Thrive Capital hätte demnach für etwas mehr als vier Milliarden US-Dollar – grob 3,5 Milliarden Euro – einen Anteil von 20 Prozent erworben. Der Plan kam jedoch nicht zustande. Seitdem soll Infantino laut „New York Post“ mehrfach erfolglos versucht haben, Trump telefonisch zu erreichen.
Für Infantino würde öffentliche Rückendeckung aus Washington politisches Gewicht schaffen, aber nicht automatisch den Widerstand innerhalb des Fußballs auflösen. Entscheidend bleibt, wie sich die FIFA-Mitglieder und ihre regionalen Verbände positionieren.
Wie bewerten Sie die Verbindung von Fußballpolitik und Unterstützung aus Washington – wäre ein solches Gespräch legitim oder problematisch?






























