An der Donau zwischen Serbien und Rumänien hat das durch anhaltende Hitze und Dürre verursachte Niedrigwasser mehrere deutsche Schiffswracks aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt. Nahe dem serbischen Hafen Prahovo ragen verrostete Rümpfe und ein abgebrochener Mast aus dem Fluss; nach einem Bericht sind inzwischen Dutzende Überreste sichtbar. Einige der versenkten Kriegsschiffe sollen noch Waffen oder Sprengstoff enthalten. Serbischen Medien zufolge kletterten Schaulustige auf die Relikte. Für die Schifffahrt sind die Nazi-Schiffswracks jedoch keine bloße historische Kuriosität, sondern ein gefährliches Hindernis.
- Die Wracks liegen nahe Prahovo im Grenzgebiet zwischen Serbien und Rumänien.
- Bis zu 200 deutsche Kriegsschiffe wurden dort im September 1944 absichtlich versenkt.
- Von 21 zur Bergung vorgesehenen Wracks waren bis April sieben aus dem Fluss geholt worden.
Die Wracks stammen vom Rückzug der Schwarzmeerflotte
Die Schiffe gehörten zur deutschen Schwarzmeerflotte. Als sich der Verband aus Rumänien zurückzog und von sowjetischen Kräften verfolgt wurde, ließ die deutsche Marine im September 1944 nahe Prahovo bis zu 200 Schiffe selbst versenken. Die Blockade sollte den sowjetischen Vormarsch auf der Donau und auf dem Balkan verlangsamen. Im Mai 1945 kapitulierte das nationalsozialistische Deutschland.
Ein Teil der Wracks wurde später von den Behörden des kommunistischen Jugoslawiens beseitigt. Viele blieben jedoch im Fluss, weil sie Sprengstoff und andere gefährliche Ladung enthielten. In besonders heißen Sommern waren einzelne Schiffe bereits in vergangenen Jahren wieder sichtbar geworden.
Das Niedrigwasser macht damit nicht nur ein Kapitel des Zweiten Weltkriegs sichtbar, sondern verwandelt jahrzehntealten Kriegsschrott erneut in ein aktuelles Sicherheitsproblem.
Bei Niedrigwasser wird die Engstelle zum Schifffahrtshindernis
Besonders viele Wracks liegen vor dem Eisernen Tor, einem Durchbruchstal der Donau an der serbisch-rumänischen Grenze. Sinkt der Pegel, verkleinert sich der für Schiffe sicher nutzbare Bereich, während die verrosteten Rümpfe näher an die Wasseroberfläche rücken. Ein Bewohner von Prahovo berichtete, dass große Schiffe kaum noch passieren könnten.
Die Donau fließt durch zehn Staaten und dient als grenzüberschreitende Verkehrsroute. Für Deutschland und andere Anrainer bedeutet das: Einschränkungen an einer Engstelle können auch Transporte entlang weiterer Abschnitte der Wasserstraße erschweren. Das Problem reicht damit über die unmittelbare Umgebung von Prahovo hinaus.
Auch abseits der Schifffahrt hat der niedrige Wasserstand Folgen. Kraftwerke in Mittel- und Osteuropa gerieten dem Bericht zufolge an die Grenze einer Abschaltung, während Regierungen Maßnahmen zum Stromsparen ergriffen. Fachleute bringen die ungewöhnlich heiße Witterung mit der globalen Erwärmung und weiteren Faktoren in Verbindung.
Ein EU-Programm soll besonders gefährliche Wracks bergen
Die serbischen Behörden versuchen mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union, ungünstig gelegene Nazi-Schiffswracks schrittweise aus der Donau zu entfernen. Von 21 dafür ausgewählten Schiffen waren bis April sieben geborgen worden, berichtete die Website des staatlichen serbischen Fernsehens RTS.
Jedes entfernte Wrack kann die Fahrrinne sicherer machen, doch mögliche Munition und Sprengstoffe erschweren die Bergung.
Das bedeutet, dass die Arbeiten nicht mit einem gewöhnlichen Abschleppen vergleichbar sind: Bevor ein Rumpf bewegt werden kann, müssen mögliche Gefahren geprüft und kontrolliert werden. Bleiben die Pegel niedrig, wächst zugleich der praktische Druck, die kritischen Hindernisse aus der Fahrrinne zu entfernen.
Sollte die Bergung der Donau-Wracks schneller vorangetrieben werden, oder muss angesichts möglicher Sprengstoffe besondere Vorsicht Vorrang haben? Teilen Sie Ihre Einschätzung.






























