Jack Reacher verschlägt es in Staffel 4 der Prime-Video-Serie nach Philadelphia. Dort beobachtet der von Alan Ritchson gespielte ehemalige Major der US-Militärpolizei in einer spärlich besetzten U-Bahn eine verzweifelte Frau, deren gefährlicher Plan seine Aufmerksamkeit weckt. Die Begegnung zieht Reacher in einen neuen Fall und weckt bald das Interesse mehrerer Bundesermittler. Grundlage der Staffel ist „Gone Tomorrow“, der 13. Auftritt der Figur in Lee Childs Buchreihe. Für die Fernsehadaption ist erneut Nick Santora verantwortlich. Dieser Artikel enthält kleinere Spoiler zur neuen Handlung.
- Staffel 4 basiert auf Lee Childs „Gone Tomorrow“ und spielt in Philadelphia.
- Alan Ritchson kehrt als früherer Militärpolizist Jack Reacher zurück.
- Ein Großteil der Produktion entstand in Toronto und Umgebung.
- Als nächstes Serienprojekt bei Prime Video steht das Spin-off „Neagley“ an.
Eine Begegnung in der U-Bahn löst den neuen Fall aus
Reacher ist ursprünglich aus einem ungewöhnlichen Grund in Philadelphia: Er will ein außergewöhnliches Baseballtalent als Werfer erleben. Seine Pläne ändern sich, nachdem er der Frau in der U-Bahn begegnet. Ohne den zentralen Auslöser vorwegzunehmen, landet er kurz darauf bei einer polizeilichen Befragung.
Detective Shaun Docherty, gespielt von Kevin Corrigan, und dessen Kollegin Tamara Green, dargestellt von Sydelle Noel, wollen unter anderem wissen, warum Reacher zwar einen Reisepass, aber keinen Führerschein besitzt. Auch seine fehlende feste Adresse wird zum Thema. Reacher reagiert mit jener knappen, wörtlichen Logik, die den Humor der Serie prägt.
Je tiefer Reacher in den Fall gerät, desto deutlicher wird, dass mehrere Bundesermittler wissen wollen, was er über die Frau aus der U-Bahn erfahren hat.
Weil schwarz gekleidete Einsatzkräfte weder ihre Namen noch ihre Dienststelle nennen, versieht er sie kurzerhand mit Spitznamen nach Figuren aus der Werbung für Frühstücksflocken. Eine weitere Gruppe benennt er nach Kinderreimen. Hinter den lakonischen Scherzen steht sein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Behörden, deren Kompetenz und Motive er bezweifelt.
Philadelphia bleibt sichtbar, obwohl Toronto meist als Kulisse dient
Die Staffel spielt zwar in Philadelphia, gedreht wurde jedoch überwiegend in Toronto und dessen Umgebung. Ansichten der US-Stadt erscheinen deshalb teils als Luftaufnahmen oder im Hintergrund anderer Schauplätze. Selbst die Szene, in der Reacher zu Beginn ein Cheesesteak bestellt, entstand offenbar am Sankofa Square gegenüber dem Einkaufszentrum Eaton Centre in Toronto.
Für einzelne Sequenzen reiste die Produktion allerdings an den tatsächlichen Handlungsort. Zu den erkennbaren Schauplätzen gehören The Rail Park und Philadelphia’s Magic Gardens. Damit erhält die Stadt mehr als eine rein dekorative Funktion, auch wenn die Serie bei vielen Straßenszenen mit filmischen Stellvertretern arbeitet.
Das Staffelkonzept erleichtert Neueinsteigern den Start
Lee Child – das Pseudonym von Jim Grant – hat bislang 30 fiktionale Werke über Jack Reacher geschrieben. Sie folgen keiner durchgehend chronologischen Ordnung: Manche Geschichten zeigen ihn noch als Major der Militärpolizei, die meisten begleiten ihn nach seiner Dienstzeit ohne festen Wohnsitz durch die USA.
Auch die Fernsehserie setzt pro Staffel auf einen weitgehend abgeschlossenen Fall. Staffel 1 adaptierte mit „Killing Floor“ Childs ersten Reacher-Roman und führte die Figur nach Margrave im US-Bundesstaat Georgia. Die vierte Staffel greift dagegen einen deutlich späteren Band auf.
Für Neueinsteiger bedeutet die eigenständige Struktur, dass sie in Philadelphia beginnen können, ohne zuvor sämtliche Folgen gesehen zu haben.
Wer sich stattdessen auf das angekündigte Spin-off „Neagley“ vorbereiten möchte, findet die von Maria Sten gespielte Ermittlerin in den Staffeln 2 und 3. Das Serienmodell erlaubt Prime Video damit, einzelne Figuren weiterzuführen, während Reacher selbst von Fall zu Fall den Ort und große Teile des Ensembles wechselt.
Überzeichnete Nahkämpfe bleiben Reachers Markenzeichen
Der literarische Reacher wird als 6 Fuß 5 Zoll großer und 250 Pfund schwerer Muskelprotz beschrieben – das entspricht ungefähr 1,96 Metern und rund 113 Kilogramm. Seine körperliche Überlegenheit ist jedoch nur ein Teil der Figur: Er beobachtet genau, plant strategisch und behauptet sich so auch gegen mehrere bewaffnete Angreifer.
Staffel 4 setzt dieses Prinzip in bewusst übersteigerten Actionszenen fort. In einer Sequenz lässt sich Reacher aus einem Fenster auf einen Vorsprung ein Stockwerk tiefer fallen, während er lediglich Essstäbchen im Mund trägt. Eine andere Auseinandersetzung führt in das Untergeschoss einer Bibliothek mit handbetriebenen, verschiebbaren Regalanlagen.
Damit bleibt die Serie ihrer Mischung aus trockenem Humor, Ermittlungsplot und körperbetonter Action treu. Für das Spin-off stellt sich nun vor allem die Frage, wie gut dieses Erfolgsrezept ohne Reacher im Zentrum funktioniert.
Ist Philadelphia für Sie ein guter Schauplatz für Reachers nächsten Fall – oder sollte die Serie stärker an den Originalorten drehen?






























