Die UEFA lockert zur kommenden Saison die Regeln für Gelbsperren im Europapokal. Spieler sowie Trainer und Betreuer müssen künftig erst nach der vierten Gelben Karte im laufenden Wettbewerb ein Spiel aussetzen; bislang führten bereits drei Verwarnungen zu einer Sperre. Die Änderung gilt für alle drei Europapokal-Wettbewerbe. Damit reagiert die Europäische Fußball-Union auch auf Kritik von Bayern Münchens Trainer Vincent Kompany, der die bisherige Schwelle in der vergangenen Saison als „zu aggressiv“ bezeichnet hatte.
- Eine Sperre wird künftig erst nach der vierten Gelben Karte verhängt.
- Die Regel gilt für Spieler, Trainer und Betreuer in allen drei Europapokal-Wettbewerben.
- Bislang reichten drei Verwarnungen für eine Sperre aus.
Die neue Regel verschafft allen Beteiligten eine zusätzliche Verwarnung, bevor sie für eine Europapokal-Partie gesperrt werden.
Mehr Europapokal-Spiele erhöhten das Sperrrisiko
Hintergrund der Anpassung ist auch der veränderte Wettbewerbsmodus. Seit der Umstellung von der Gruppen- auf die Ligaphase zur Saison 2024/25 absolvieren die Vereine im Europapokal mehr Spiele. Verwarnungen können sich dadurch über eine größere Zahl von Partien ansammeln.
Kompany hatte die alte Regel vor dem Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid deutlich kritisiert. Gerade für Abwehrspieler sei es „fast unmöglich, nicht gesperrt zu sein, auch wenn sie es ganz fair versucht haben“, sagte der Belgier damals.
Für die betroffenen Mannschaften bedeutet die neue Schwelle, dass einzelne Verwarnungen seltener unmittelbar die personelle Planung für ein späteres Spiel beeinflussen dürften. Gelbe Karten bleiben jedoch über den laufenden Wettbewerb hinweg relevant; lediglich der Zeitpunkt der Sperre verschiebt sich.
Kompany traf die alte Regel schließlich selbst
Vor dem Löschen der Gelben Karten nach dem Viertelfinale mussten die Bayern gegen Real Madrid um vier Stammspieler bangen. Am Ende traf die Sperre allerdings keinen von ihnen, sondern Kompany selbst: Der Trainer sah seine dritte Gelbe Karte und durfte das Halbfinal-Hinspiel bei Paris Saint-Germain nur von der Tribüne aus verfolgen.
Ausgerechnet das Beispiel des Bayern-Trainers zeigte, dass die bisherige Regel nicht nur Spieler, sondern auch das Personal an der Seitenlinie empfindlich treffen konnte.
Die UEFA legt für ihre Klubwettbewerbe auch die Disziplinarregeln fest. Mit der höheren Schwelle passt sie die Folgen angesammelter Verwarnungen nun an den erweiterten Spielplan an. Für den FC Bayern und andere deutsche Europapokal-Teilnehmer schafft das etwas mehr Spielraum, ohne Gelbsperren grundsätzlich abzuschaffen.
Ist die Sperre nach vier Gelben Karten angemessen – oder sollte die UEFA Verwarnungen im Europapokal noch anders behandeln?






























